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Politik

Flüchtlinge auf Frontex-Schiff

Italien einigt sich mit Frankreich und Malta

Italien hat sich mit Frankreich und Malta offenbar über den Verbleib eines Teils der 450 geretteten Migranten verständigt. Das erklärte Ministerpräsident Conte. Zusagen anderer europäischer Länder sollen folgen.

DPA

Küstenwache im Mittelmeer

Samstag, 14.07.2018   22:30 Uhr

Seit Samstag saßen 450 Migranten auf einem Schiff der EU-Grenzschutzbehörde Frontex und einem italienischen Polizeiboot in Italien fest. Nun sollen sich Italien, Frankreich und Malta über das weitere Vorgehen in dem Fall verständigt haben. Das teilte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte auf Facebook mit. Man werde jeweils 50 der insgesamt 450 geretteten Migranten aufnehmen. "Sehr bald werden Zusagen anderer europäischer Länder eintreffen", fügte er hinzu.

Die Vereinbarungen mit Malta und Frankreich seien "nach einem Tag telefonischer und schriftlicher Kontakte mit allen 27 europäischen Staats- und Regierungschefs" zustande gekommen, erläuterte Conte. Er habe ihnen "die Logik und den Geist des Teilens in den Schlussfolgerungen" des EU-Gipfels Ende Juni in Erinnerung gerufen.

Conte schrieb weiter, er habe seine Kollegen an die Errungenschaften des Gipfels erinnert, bei dem Italien darauf gedrungen hatte, dass die übrigen Mitgliedstaaten dem Land an der Außengrenze Europas mehr Flüchtlinge abnehmen und sich an der Aufnahme aus Seenot geretteter Menschen beteiligen.

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Italien hatte sich zunächst geweigert, das Boot in einen Hafen einlaufen zu lassen, ordnete am Samstag dann die Rettung der Migranten an. Italiens Innenminister Matteo Salvini wollte die 450 Menschen nach Malta oder zurück nach Libyen schicken.

Italien und Malta haben in den vergangenen Wochen wiederholt über die Zuständigkeit für Flüchtlingsschiffe gestritten. Im vergangenen Monat musste Malta das Flüchtlings-Hilfsschiff "Lifeline" mit 234 Menschen an Bord anlegen lassen. Tage zuvor hatten Italien und Malta das Rettungsschiff "Aquarius" mit 630 Flüchtlingen an Bord zurückgewiesen, sodass es nach Spanien umgelenkt werden musste.

eaz/dpa/AFP

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