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Politik

Gazastreifen

Uno verurteilt Israel für Gewalt an Palästinensern

Nach den jüngsten Zusammenstößen im Gazastreifen hat die Uno Israel die Verantwortung für die Eskalation der Gewalt zugesprochen. Damit scheiterte der Antrag der USA, die radikalislamische Hamas zu verurteilen.

AP

Israel geht am Gazastreifen mit Tränengas gegen Palästinenser vor

Donnerstag, 14.06.2018   10:40 Uhr

Trotz scharfem Protest der USA hat die Uno-Vollversammlung Israel per Resolution dazu aufgefordert, die Gewalt gegen palästinensische Demonstranten im Gazastreifen einzustellen. 120 Länder stimmten bei der Sitzung am Mittwoch in New York für die Resolution, acht dagegen und 45 enthielten sich. Eine in letzter Minute von den USA eingebrachte Ergänzung zur Resolution, die die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas kritisiert, bekam dagegen nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit der 193 Uno-Mitgliedstaaten.

Die verabschiedete Resolution beklagt die "exzessive, disproportionale und rücksichtslose Gewalt" Israels gegenüber den Palästinensern. Auch das Feuern von Raketen aus dem Gazastreifen wird verurteilt, die Hamas allerdings nicht explizit erwähnt. Die Resolution, die wie alle Resolutionen der Uno-Vollversammlung rechtlich nicht bindend ist, bittet zudem Uno-Generalsekretär António Guterres um Vorschläge zur verbesserten Sicherheit der Palästinenser, wie eine mögliche Uno-Schutzmission.

REUTERS

Uno-Vollversammlung

Die US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, nannte die von arabischen Staaten eingebrachte Resolution "komplett einseitig" und "voreingenommen" gegen Israel. Haley warf den arabischen Ländern vor, durch eine Verurteilung Israels bei der Uno innenpolitische Ziele zu verfolgen. "Für einige ist das Angreifen Israels die liebste politische Aktivität."

Am 14. Mai, dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, hatten die USA in ihrem vormaligen Konsulat in Jerusalem ihre neue Botschaft eröffnet. Im Gazastreifen kam es parallel zu gewaltsamen Protesten, bei denen palästinensischen Angaben zufolge rund 60 Menschen getötet wurden. Mehr als 2700 Palästinenser seien verletzt worden, mehr als 1370 von ihnen durch Schüsse, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Es war der blutigste Tag des Auseinandersetzung seit 2014.

lie/aar/dpa/AFP

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