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Politik

Gazastreifen

Militante Palästinenser erklären Stopp der Kämpfe mit Israel

Keine weiteren Kämpfe im Gazastreifen? Die militanten Palästinenser sprechen von einer Waffenruhe. Israel hat die Vereinbarung noch nicht bestätigt.

DPA

Trümmer in Gaza

Freitag, 10.08.2018   10:27 Uhr

Die Rede ist von einer Feuerpause, einer Vereinbarung, geschlossen unter Vermittlung von Ägypten und dem Uno-Nahostgesandten Nikolay Mladenov: Israel hatte mit Luftangriffen auf Beschuss aus dem Gazastreifen reagiert - jetzt wurden die Kämpfe möglicherweise beendet. Das zumindest haben militante Palästinenser in der Nacht auf Freitag erklärt.

Tatsächlich blieb es in den vergangenen Stunden vorerst ruhig. Laut einer Mitteilung des Widerstandskomitees im Gazastreifen sei die Vereinbarung nun in Kraft - unter der Bedingung, dass Israel sich daran halte. Zu der Gruppierung gehört auch die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas. Israel bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht.

Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht zum Donnerstag Ziele der radikalislamischen Hamas angegriffen. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter sowie ein Mitglied des militanten Arms der Hamas getötet.

27 weitere Palästinenser wurden demnach insgesamt verletzt. In Israel wurden laut Mitteilungen der Armee durch Beschuss aus dem Gazastreifen sieben Menschen verletzt.

"Terroristische Elemente"

Die israelische Armee zählte bis Donnerstagmorgen rund 150 Raketen, die aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert wurden. Das israelische Sicherheitskabinett befahl der Armee, "weiterhin hart gegen die terroristischen Elemente vorzugehen", wie ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mitteilte.

Mehr als 30 palästinensische Raketen wurden abgefangen, der Rest schlug meist auf freiem Gelände ein, wie die Armee mitteilte. Israel attackierte nach eigenen Angaben daraufhin mehr als 150 militärische Ziele im Gazastreifen - unter anderem Trainingscamps, Lagerstätten und eine Waffenfabrik.

Das Auswärtige Amt zeigte sich besorgt über die jüngste Konfrontation. Alle Bemühungen um Vermittlung und Beilegung des Konfliktes, insbesondere seitens Ägyptens und der Vereinten Nationen, müssten intensiviert werden, hieß es in einer Erklärung in Berlin. Frankreich verurteilte den Abschuss von Raketen auf Israel ebenfalls.

Die radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat die Zerstörung Israels zum Ziel. Sollte die Feuerpause nun bestätigt werden, wäre es bereits die dritte indirekt ausgehandelte derartige Vereinbarung innerhalb eines Monats.

kev/dpa

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