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Politik

Bürgerkrieg

Maas unterstützt US-Initiative zu Jemen

Die USA haben einen Waffenstillstand im Jemen vorgeschlagen und damit Saudi-Arabien unter Druck gesetzt. Außenminister Maas befürwortet den Kurs.

DPA

Heiko Maas (l.), Abdel Fattah el-Sisi

Von
Donnerstag, 01.11.2018   15:21 Uhr

Der Krieg im Jemen tobt seit über drei Jahren, die Lage für die Zivilbevölkerung ist katastrophal. Nun hat ein Vorschlag von US-Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister James Mattis Bewegung in den festgefahrenen Konflikt gebracht - und Saudi-Arabien als eine der maßgeblichen Konfliktparteien unter Druck gesetzt. Ein Kurs, der bei der Bundesregierung indirekt auf Zustimmung stößt.

"Erstmals seit Langem zeichnet sich jetzt eine Gelegenheit ab, Bewegung in die festgefahrenen Friedensbemühungen zu bekommen", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) dem SPIEGEL. Die Forderung von Pompeo und Mattis nach einem Waffenstillstand und der Wiederaufnahme der Gespräche komme im richtigen Moment. "Wir unterstützen das nachdrücklich", so Maas.

Der Uno-Sondergesandte Martin Griffiths habe bereits wesentliche Vorarbeit geleistet. "Wir nutzen ebenfalls alle unsere Gesprächskanäle, um den Parteien deutlich zu machen, dass es jetzt nicht weitergehen kann wie bisher. Wir brauchen jetzt endlich einen Waffenstillstand und Gespräche über eine politische Lösung", so Maas. Mit Blick auf die Führungen in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sagte Maas: "Riad und Abu Dhabi wissen, wie ernst es uns mit diesem Thema ist."

Maas: Auch die Huthis müssen sich bewegen

Aber auch die Huthis müssen sich laut Maas endlich bewegen, um den Weg zu Verhandlungen freizumachen. "Da haben wir auch klare Erwartungen an Teheran." Die Huthi-Rebellen werden von Iran unterstützt.

Der deutsche Außenminister hatte am Mittwoch am Rande eines Afrika-Gipfels mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi über die Lage im Jemen gesprochen, hieß es in Berlin.

Pompeo hatte Friedensgespräch in einem Drittland gefordert. Diese sollten noch im November stattfinden. Schwedens Außenministerin Margot Wallström erklärte am Mittwoch, dass ihr Land bereit sei, Gastgeber der Friedensverhandlungen zu werden. Die Uno hätte eine entsprechende Anfrage gestellt. Einen konkreten Termin für die Gespräche nannte Wallström nicht.

Die Uno bezeichnet den Krieg im Jemen als die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart. Rund 14 Millionen Menschen seien akut von Hunger bedroht. In dem Krieg sind nach Uno-Schätzungen mehr als 28.000 Menschen getötet worden. Ein Großteil der Infrastruktur des Landes ist zerstört.

insgesamt 14 Beiträge
print1939 01.11.2018
1. Aussenminister zum Fremdschämen
Mindestens 50.000 Tote im Jemen-Krieg. Was weiß Maas heute was er nicht wusste als er sich bei Saudi-Arabien entschuldigt hat? Jetzt sich hinter den USA zu verstecken und zu tönen, dass die Huthi sich auch bewegen müssen ist [...]
Mindestens 50.000 Tote im Jemen-Krieg. Was weiß Maas heute was er nicht wusste als er sich bei Saudi-Arabien entschuldigt hat? Jetzt sich hinter den USA zu verstecken und zu tönen, dass die Huthi sich auch bewegen müssen ist erbärmlich.
headmiller 01.11.2018
2. 52.ter Bundesstaat der USA?
Dazu kommen die Hungernden und die Verhungerten! Also ich weiß nicht: Merkel, Maas, Merz - haben die eigentlich ein Gewissen?
Zitat von print1939Mindestens 50.000 Tote im Jemen-Krieg. Was weiß Maas heute was er nicht wusste als er sich bei Saudi-Arabien entschuldigt hat? Jetzt sich hinter den USA zu verstecken und zu tönen, dass die Huthi sich auch bewegen müssen ist erbärmlich.
Dazu kommen die Hungernden und die Verhungerten! Also ich weiß nicht: Merkel, Maas, Merz - haben die eigentlich ein Gewissen?
Partyzant 01.11.2018
3. Totalausfall
Unser Aussenminister mit der ganzen Regierungsmanschaft ist ein Totalausfall. Erst den Saudis den Popo pudern und jetzt mit Trump im Rücken mit auf seine Kampagne aufspringen - ein Armutszeugniss dass er nicht vorher seinen Mund [...]
Unser Aussenminister mit der ganzen Regierungsmanschaft ist ein Totalausfall. Erst den Saudis den Popo pudern und jetzt mit Trump im Rücken mit auf seine Kampagne aufspringen - ein Armutszeugniss dass er nicht vorher seinen Mund aufmacht - ein Abbild des rumlavierens wie die gesamte Groko. Ekelhaft und wertefrei. Das ist nicht meine SPD denn dafür kann man so h nur Fremdschämen.
success4us 01.11.2018
4. Jahrelang Stille
Jetzt wo die USA aktiv werden hängt sich Hr Mass dran um auch wieder etwas Aufmerksamkeit zu bekommen Mitspielen dürfen wir nicht - Vielleicht aber für den Wiederaufbau zahlen
Jetzt wo die USA aktiv werden hängt sich Hr Mass dran um auch wieder etwas Aufmerksamkeit zu bekommen Mitspielen dürfen wir nicht - Vielleicht aber für den Wiederaufbau zahlen
Sonia 01.11.2018
5. Politik - ein verlogenes Geschäft
Während der Krieg in Syrien schlagzeilenträchtig war, hielten sich Politiker u. Medien weitgehend zurück bei dem Unheil was sich im Jemen abspielte. Die Saudis zerbomten ein Land in das Mittelalter zurück, die Hilferufe von [...]
Während der Krieg in Syrien schlagzeilenträchtig war, hielten sich Politiker u. Medien weitgehend zurück bei dem Unheil was sich im Jemen abspielte. Die Saudis zerbomten ein Land in das Mittelalter zurück, die Hilferufe von Ärzte ohne Grenzen, des UHNCR, dass Hunderttausende Kinder vom Hungertod bedroht sind, viele unter 5 Jahre alt, ab u. zu Mini-Artikel beim Spirgel u. der Zeit. Auch unsere Waffen waren/sind dabei. Vor diesem Hintergrund bückte sich Herr Maaß tief vor den Saudis. Unfassbar. Jetzt, wo die USA auch erkennen, was ihr Verbündetercim Nahen Osten mit auch amerikanischen Waffen anrichtete, bückt Maaß sich wieder. Nunmehr gibt es da auch kaum noch was zum Zerstören - nur unvorstellbares Elend und Leid. Wie immer, wenn der sog. Westen mit seinen Verbündeten mal "vorbei kam".

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