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Politik

Trotz US-Sanktionen

Iran will sich an Atomabkommen halten

"Etwas kaputtzumachen, ist ja keine Kunst", sagt Irans Präsident Hassan Ruhani und verspricht, den mühsam ausgehandelten Atomdeal nicht aufzukündigen. Die USA hingegen waren im Mai aus dem Abkommen ausgestiegen.

DPA

Hassan Ruhani, Präsident des Iran

Sonntag, 14.10.2018   16:00 Uhr

Der Iran wird sich nach den Worten von Präsident Hassan Ruhani weiterhin an das Atomabkommen halten. Sein Land habe auch keine Angst vor neuen Sanktionen der USA, die Anfang November in Kraft treten. "Etwas kaputtzumachen, ist ja keine Kunst, etwas (wie den Atomdeal) aufzubauen aber schon", sagte Ruhani am Sonntag.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai das Atomabkommen einseitig aufgekündigt. Im August traten daraufhin US-Sanktionen wieder in Kraft. Die Strafmaßnahmen werden Anfang November weiter verschärft. Sie treffen dann auch den Ölhandel, die wichtigste Einnahmequelle des Landes.

Mit dem 2015 geschlossenen Atomvertrag soll der Iran daran gehindert werden, Atomwaffen zu bauen. Im Gegenzug wurde die Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen in Aussicht gestellt.

"Trump dachte, dass wir nach seinem Ausstieg aus dem Deal auch gleich aussteigen würden, aber wir haben weise entschieden und gehandelt", sagte Präsident Ruhani. Ein Ausstieg Irans hätte neue Resolutionen, Sanktionen und eine erneute Isolierung des Irans zur Folge gehabt. Außerdem hätten sich dann alle Staaten auf die Seite der USA und gegen den Iran gestellt.

Europa geht auf Konfrontationskurs zu Trump

So geht Europa stattdessen gemeinsam mit Russland und China in der Iranpolitik auf offenen Konfrontationskurs mit Trump. Zur Rettung des Atomabkommens mit Teheran soll eine Institution geschaffen werden, die den legalen Handel mit Iran trotz der US-Sanktionen weiter ermöglichen soll.

Laut Ruhani hat es in den vergangenen vier Jahrzehnten keine Regierung in den USA gegeben, die sich so feindselig seinem Land gegenüber verhalte wie die derzeitige. "Trumps Ziel war zunächst mit einem psychologischen und danach einem wirtschaftlichen Krieg die Legitimation des iranischen Systems zu untergraben, ... mit andere Worten einen Regimewechsel vorzubereiten", sagte Ruhani.

Die USA streben nach den Worten von Sicherheitsberater John Bolton in Iran keinen Regimewechsel an, sondern eine grundlegende Änderung des Verhaltens. Maximaler Druck solle das bösartige Verhalten über die Grenzen hinaus stoppen.

Außenminister Mike Pompeo warf der Führung in Teheran vor, sie führe seit Jahrzehnten eine Kampagne ideologisch motivierter Gewalt und Destabilisierung im Ausland. Er nannte dabei die Unterstützung Irans für die syrische Führung, die libanesische Hisbollah, die radikalislamische Hamas, schiitische Milizen im Irak sowie die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen.

lov/dpa

insgesamt 15 Beiträge
Makrönchen 14.10.2018
1. Kann man sich gar nicht ausdenken
Der Iran beschwert sich, dass die US-Regierung dem Iran gegenüber feindselig eingestellt ist - soll wohl ein Witz sein. Im Iran gehört es doch zur Staatsraison, dass die USA der Teufel sind. Und wenn man dann noch an die über [...]
Der Iran beschwert sich, dass die US-Regierung dem Iran gegenüber feindselig eingestellt ist - soll wohl ein Witz sein. Im Iran gehört es doch zur Staatsraison, dass die USA der Teufel sind. Und wenn man dann noch an die über ein Jahr andauernde Geiselnahme von Botschaftsangehörigen denkt oder die Obsession, Israel von der Landkarte zu streichen, sollte der Iran vielleicht erstmal überlegen selber weniger feindselig gegenüber den USA zu sein.
frankfurtbeat 14.10.2018
2. tatsächlich ...
tatsächlich verhalten sich die USA seit Jahrzehnten bösartig und nehmen sich mit Waffengewalt oder über finanziellen bzw. wirtschaftlichen Druck was auch immer sie gerne möchten. Alles zum Wohle der USA - daher ist es jetzt [...]
tatsächlich verhalten sich die USA seit Jahrzehnten bösartig und nehmen sich mit Waffengewalt oder über finanziellen bzw. wirtschaftlichen Druck was auch immer sie gerne möchten. Alles zum Wohle der USA - daher ist es jetzt wichtiger als alles andere den USA den Mittelfinger zu zeigen und das Thema mit Iran über Umwege weiter laufen zu lassen.
spon-1299090993322 14.10.2018
3.
Sobald sich die USA aus der Region endlich raushalten, wird der Iran auch genau das tun... Die Obsession der Neocons mit Regime Change und die einseitige Unterstützung von Regimen wie Saudi-Arabien sind das Problem
Zitat von MakrönchenDer Iran beschwert sich, dass die US-Regierung dem Iran gegenüber feindselig eingestellt ist - soll wohl ein Witz sein. Im Iran gehört es doch zur Staatsraison, dass die USA der Teufel sind. Und wenn man dann noch an die über ein Jahr andauernde Geiselnahme von Botschaftsangehörigen denkt oder die Obsession, Israel von der Landkarte zu streichen, sollte der Iran vielleicht erstmal überlegen selber weniger feindselig gegenüber den USA zu sein.
Sobald sich die USA aus der Region endlich raushalten, wird der Iran auch genau das tun... Die Obsession der Neocons mit Regime Change und die einseitige Unterstützung von Regimen wie Saudi-Arabien sind das Problem
hugahuga 14.10.2018
4.
Israels Einfluss auf die US Regierung ist unbestreitbar. Insofern kann Trump nicht frei und im Sinne aller US Amerikaner agieren. Während sich Iran - trotz aller Sanktionsdrohungen - weiter an das Atomabkommen halten will, [...]
Israels Einfluss auf die US Regierung ist unbestreitbar. Insofern kann Trump nicht frei und im Sinne aller US Amerikaner agieren. Während sich Iran - trotz aller Sanktionsdrohungen - weiter an das Atomabkommen halten will, reagiert Saudi Arabien genau so, wie es zu erwarten war: Es droht mit Vergeltung. Von daher ist anzunehmen, dass die starke jüdische Lobby in USA Trump von einem Vorgehen gegen KSA abhalten wird. Der wird einknicken, weil es ihm in erster Linie ums Geschäft und nicht um die Moral geht. Aus Deutschland hört man - wie immer - leider recht wenig. Grund man will sich eigene Geschäfte nicht kaputt machen. Erst kommt das Fressen und dann die Moral.
cum infamia 14.10.2018
5. Eine Bitte
erste denken und informieren, dann bitte möglichst objektiv urteilen ! WER hat denn gleich den iranischen Premier Mossadeh 1953 gestürzt ? ? War das nicht die CIA ?? In einem 9000 km entfernten Land ! Und da soll der Iran [...]
Zitat von MakrönchenDer Iran beschwert sich, dass die US-Regierung dem Iran gegenüber feindselig eingestellt ist - soll wohl ein Witz sein. Im Iran gehört es doch zur Staatsraison, dass die USA der Teufel sind. Und wenn man dann noch an die über ein Jahr andauernde Geiselnahme von Botschaftsangehörigen denkt oder die Obsession, Israel von der Landkarte zu streichen, sollte der Iran vielleicht erstmal überlegen selber weniger feindselig gegenüber den USA zu sein.
erste denken und informieren, dann bitte möglichst objektiv urteilen ! WER hat denn gleich den iranischen Premier Mossadeh 1953 gestürzt ? ? War das nicht die CIA ?? In einem 9000 km entfernten Land ! Und da soll der Iran nicht vom "Teufel" USA sprechen ? Welchen Umsturz hat denn der Iran in den USA verursacht ? Der Iran hat, wie Dutzende von Ländern, noch eine "Rechnung" mit den aggressiven USA offen.... Und ständig kommen neue dazu,
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