Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Verschwundener Journalist

Türkei will Ermittlungsergebnisse im Fall Khashoggi veröffentlichen

Noch ist unklar, welche Erkenntnisse die Türkei im Fall des möglicherweise ermordeten Journalisten Khashoggi hat. Man werde sie "mit der Welt teilen", kündigte Außenminister Cavusoglu an.

Foto: AFP
Freitag, 19.10.2018   12:30 Uhr

Tonaufnahmen sollen den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi beweisen - doch außer türkischen Ermittlern hat diese noch niemand hören können. Das hat der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Freitag bekannt gegeben. Zuvor war berichtet worden, die türkischen Behörden hätten die Datei mit den USA geteilt, die diese angefordert hatten. Die Weitergabe dementierte er mit der Stellungnahme.

Die Türkei werde die Ergebnisse der Untersuchungen zu dem Fall aber noch veröffentlichen, stellte Cavusoglu in Aussicht. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht. Auch ist noch unklar, um was es sich dabei handeln könnte. Die türkischen Behörden gehen davon aus, dass der Journalist von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando ermordet wurde. Das soll die Apple Watch des Journalisten aufgezeichnet und in einer Cloud gespeichert haben.

Der Türkei zufolge soll Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat getötet und seine Leiche zerstückelt worden sein. Die bisherigen Ermittlungen ließen vermuten, dass die sterblichen Überreste womöglich im Belgrader Wald am Rande von Istanbul sowie in einem ländlichen Gebiet in der Nähe der Stadt Yalova südlich der Bosporus-Metropole am Marmarameer seien, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Insider.

Einer von ihnen ergänzte demnach, bei der Durchsuchung des saudi-arabischen Konsulats und der Residenz des Konsuls seien zahlreiche Proben genommen worden. Sie würden nun auf DNA-Spuren des Journalisten hin untersucht.

Mehr zum Thema

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul verschwunden und seither nicht wieder aufgetaucht. Am Donnerstag räumte US-Präsident Donald Trump erstmals ein, dass Khashoggi wohl tot sei. "Es sieht ganz danach aus", sagte Trump vor Journalisten in Washington. "Es ist sehr traurig."

Sollte Saudi-Arabien für den Tod des Journalisten verantwortlich sein, müssten daraus "sehr schwerwiegende" Konsequenzen folgen, so Trump. Er bezeichnete die Vorgänge als "bad stuff" (schlimme Sache), aber man werde sehen, was passiere. Man müsse das Ergebnis der laufenden Untersuchungen in dem Fall abwarten. Er rechne bald mit Antworten.

vks/Reuters

insgesamt 16 Beiträge
bschmid66 19.10.2018
1. Angeekelt!
Ich begreife nicht, dass in unserer Welt so etwas ungestraft passieren kann und dann der amerikanische Präsident einen Parteifreund feiert, weil der einen Reporter niedergeschlagen hat.Ich finde keine Worte dafür wie angeekelt [...]
Ich begreife nicht, dass in unserer Welt so etwas ungestraft passieren kann und dann der amerikanische Präsident einen Parteifreund feiert, weil der einen Reporter niedergeschlagen hat.Ich finde keine Worte dafür wie angeekelt ich bin!
adal_ 19.10.2018
2. Tonaufnahmen
Natürlich wurde das Konsulat abgehört. Damit durften sogar bin Salmans Killer gerechnet haben, denn so ungewöhnlich sind verwanzte Konsulate nicht. Nur wird so etwas vom gastgebenden Staat halt nur sehr ungern offiziell [...]
Natürlich wurde das Konsulat abgehört. Damit durften sogar bin Salmans Killer gerechnet haben, denn so ungewöhnlich sind verwanzte Konsulate nicht. Nur wird so etwas vom gastgebenden Staat halt nur sehr ungern offiziell zugegeben. :-)
altermann41 19.10.2018
3. Was ist in Amerika los?
Ich habe das Gefühl unser großer Partner am anderen Ende des Atlantiks verläßt momentan unsere Wertegemeinschaft. Konsequenzen sollten daraufhin sein sich auf mögliche Asylanträge vorzubereiten um Zeitnah reagieren zu [...]
Ich habe das Gefühl unser großer Partner am anderen Ende des Atlantiks verläßt momentan unsere Wertegemeinschaft. Konsequenzen sollten daraufhin sein sich auf mögliche Asylanträge vorzubereiten um Zeitnah reagieren zu können. Gewalt bis hin zur Ermordung von unliebsamen Personen scheint in dieser neuen amerikanischen Wertegemeinschaft mehrheitsfähig zu sein. Ich bin auf die Wahlen dort gespannt. Vielleicht gibt es im November doch noch positive Meldungen.
ratz1967 19.10.2018
4. Ich wünsche mir sehr, dass dieser Fall zur Gänze aufgeklärt wird.
Denn es ist ein ganz besonderer Fall, der aufzeigt mit welcher Willkür und Rechtsbeugung machthabende Personen weltweit das Recht zu leben, einzelner Personen, egal wie unliebsam oder unerwünscht sie sein mögen, zu ihren [...]
Denn es ist ein ganz besonderer Fall, der aufzeigt mit welcher Willkür und Rechtsbeugung machthabende Personen weltweit das Recht zu leben, einzelner Personen, egal wie unliebsam oder unerwünscht sie sein mögen, zu ihren Gunsten ändern! Der Mord, wenn es denn einer ist, muss bestraft werden. Egal wie hochrangig die Auftraggeber sind! Da hier Staatsoberhäupter als Verdächtige im Raum stehen, ist es umso wichtiger, dass der Fall so korrekt wie möglich untersucht wird.
wolfgang4430 19.10.2018
5. Unglaublich!
Glaubt denn wirklich jemand das die Oeffentlichkeit jemals erfahren wird was geschehen ist? Was immer die Tuerkei veroeffendlichen wird wird als Luege abgestempelt. Man wird den saudischen “Untersuchungen” Glauben schenken um [...]
Glaubt denn wirklich jemand das die Oeffentlichkeit jemals erfahren wird was geschehen ist? Was immer die Tuerkei veroeffendlichen wird wird als Luege abgestempelt. Man wird den saudischen “Untersuchungen” Glauben schenken um den Oelfluss nicht zu gefaehrden. Die USA und Trump werden auch nichts unternehmen da ein Millarden Waffen deal vereinbart ist. Das ist die traurige Wirklichkeit!
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP