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Politik

Bürgerkrieg im Jemen

Saudi-Arabiens Militärbündnis beginnt Sturm auf Hafenstadt Hudeida

Saudi-Arabien führt mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jemen ein Militärbündnis gegen die von Iran unterstützte Huthi-Miliz an. Die hält Hudeida. Nun hat die Schlacht um die Hafenstadt begonnen.

AFP

Regierungstreue Truppen nahe Hudeida

Mittwoch, 13.06.2018   07:58 Uhr

Seit fünf Jahren kontrollieren Jemens Huthi-Milizen die strategisch wichtige Hafenstadt Hudeida. Nun hat die Militärallianz unter Führung von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eine Offensive gegen die von Iran unterstützten Kämpfer gestartet. Dabei kamen Kampfflugzeuge und Schiffe zum Einsatz.

Es ist das erste Mal seit ihrem Kriegseintritt 2015, dass die Militärallianz einen Angriff auf eine stark befestigte größere Stadt startet. Ihr Ziel ist es, den Nachschub der Huthi-Rebellen abzuschneiden und so die Aufständischen an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Der Hafen von Hudeida im Westen des Jemens ist zentral für die Versorgung des Bürgerkriegslandes mit Hilfsgütern und Lebensmitteln. 90 Prozent der Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoff und Medizin im Jemen werde importiert und 70 Prozent davon durch Hudeida.

Größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart

Der Uno-Sondergesandte Martin Griffiths hatte bis zuletzt versucht, den Angriff zu verhindern, der für Millionen Menschen in dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel katastrophale Folgen haben könnte - es droht eine Hungersnot. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Situation im Jemen schon jetzt als größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart.

Die Huthis hatten die Hauptstadt Sanaa bereits 2014 eingenommen und kämpfen gegen die jemenitischen Streitkräfte, die von Saudi-Arabien und den VAE unterstützt werden. Die beiden Staaten fürchten, dass Iran mit der Unterstützung der Huthis seine Macht in der Region ausbauen will. Der Konflikt gilt als Stellvertreterkrieg.

dop/Reuters/dpa

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