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Politik

Krimkrise

Uno wirft Russland schwere Menschenrechtsverletzungen vor

Willkürliche Festnahmen, Misshandlungen, Folter: Die Uno beklagt schwere Menschenrechtsverletzungen auf der annektierten Krim. Vielen sei auch die russische Staatsbürgerschaft aufgezwungen worden.

AFP

Prügelnde prorussische Separatisten (Archiv)

Montag, 25.09.2017   16:01 Uhr

Die Vereinten Nationen haben Russland schwere Menschenrechtsverletzungen auf der annektierten Krim-Halbinsel vorgeworfen. Es sei unter anderem zu willkürlichen Festnahmen, Misshandlungen und Folter sowie mindestens in einem Fall zur Vollstreckung einer Todesstrafe ohne Gerichtsverfahren gekommen, hieß es in einem Bericht des Uno-Menschenrechtskommissars Zeid Ra'ad al-Hussein.

Außerdem sei den Einwohnern der ursprünglich zur Ukraine gehörenden Krim die russische Staatsbürgerschaft aufgezwungen und Häftlinge nach Russland abgeschoben worden. Die Menschenrechtsverletzungen gingen auf "staatliche russische Akteure" zurück.

Hunderte Gefangene wurden laut Bericht seit der Annexion illegal von der Krim in russische Gefängnisse gebracht. Mindestens drei von ihnen seien gestorben, nachdem sie keine angemessene medizinische Versorgung erhalten hätten.

Menschenrechtskommissar al-Hussein teilte mit Blick auf den Krim-Bericht mit, es müsse Gerechtigkeit geschaffen und die Opfer entschädigt werden. Das Fehlen von Ermittlungen deutet laut Uno aber darauf hin, dass die Täter straffrei blieben.

Im Osten der Ukraine kämpfen seit der Annexion prorussische Rebellen gegen ukrainische Regierungssoldaten und deren Verbündete. In dem bewaffneten Konflikt wurden bisher etwa 10.000 Menschen getötet.

Die Uno-Vollversammlung hatte den Bericht 2016 angefordert. Russland untersagte den Ermittlern jedoch die Einreise auf die Krim. Die ukrainische Halbinsel war 2014 von Russland besetzt worden. Russland hatte versucht, die Annexion durch ein Referendum zu legitimieren. International wurde dieser Schritt jedoch nicht anerkannt.

apr/Reuters/AFP

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