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Politik

"Scheiße noch mal"

Salvini und Asselborn geraten bei Ministertreffen aneinander

Italiens Innenminister Matteo Salvini brachte mit einer Äußerung über "neue Sklaven" in Europa Luxemburgs Minister Jean Asselborn in Rage. Die Politiker lieferten sich ein Wortgefecht - dokumentiert auf Facebook.

DPA

Matteo Salvini

Samstag, 15.09.2018   00:21 Uhr

Mit Äußerungen zur Migration hat Italiens Innenminister Matteo Salvini Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn zu einem Wutausbruch veranlasst. Beim Ministertreffen in Wien sagte Salvini, seine Regierung unterstütze Italiener dabei, wieder mehr Kinder zu bekommen, als "neue Sklaven" nach Europa zu holen. Darauf reagierte Asselborn mit scharfen Worten.

Der Schlagabtausch zwischen Salvini und Asselborn fand hinter verschlossenen Türen statt. Salvini stellte jedoch ein Video davon auf seine Facebook-Seite. Der Innenminister und Parteisekretär der rechtspopulistischen Lega argumentierte darin gegen Asselborn, der der Ansicht sei, Migration sei für das überalterte Europa aus demografischen Gründen nötig. Asselborn fiel Salvini daraufhin ins Wort: "Das geht zu weit." Doch der Italiener sprach unbeeindruckt weiter: "Wenn Sie in Luxemburg mehr Migration brauchen - ich für meinen Teil bevorzuge es, Italien den Italienern vorzubehalten."

Daraufhin unterbrach Asselborn den italienischen Vizeregierungschef mit scharfen Worten: "In Luxemburg haben wir Zehntausende Italiener, mein Herr!" Sie wären auf der Suche nach Arbeit gekommen, "damit Sie in Italien Geld für ihre Kinder haben", wetterte Asselborn, und endete mit "Merde alors" - "Scheiße noch mal".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Asselborn habe sich unmittelbar nach seinem Wutanfall entschuldigt. Im Gespräch mit dem SPIEGEL betonte er jedoch, dass er das nicht getan habe. Bei dem Wort habe es sich nicht um ein "Tschuldigung" gehandelt, sondern um das luxemburgische "tjö". Es ist dem französischen "dieu" angelehnt und heißt so viel wie "Mein Gott!".

mal/dpa

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