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Politik

Gewalt in Nahost

Israel beschießt Gaza - Palästinenser feuern Granaten

Israels Luftwaffe fliegt Angriffe auf Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen, gleichzeitig feuern die Palästinenser mit Granaten. Beide Seiten wollen den Gegner zwingen, die Eskalation zu stoppen.

REUTERS

Palästinenser im Tränengasnebel an der Grenze zum Gazastreifen (Archivfoto)

Samstag, 14.07.2018   08:41 Uhr

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Samstag mehrere Raketenangriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen. Es seien militärische Einrichtungen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas getroffen worden, teilte die israelische Armee mit. Außerdem sei ein Angriffstunnel im südlichen Gazastreifen zerstört worden. Nach Angaben von Sanitätern wurden zwei Menschen leicht verletzt.

Während der Angriffe hätten militante Palästinenser 17 Geschosse auf Israel abgefeuert, hieß es in der Mitteilung, fünf seien von der israelischen Luftabwehr abgefangen worden. Seit Freitagabend seien es insgesamt mehr als 30 Geschosse gewesen, die meisten davon Mörsergranaten. Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte, man wolle damit eine "klare Botschaft senden" und "den Feind dazu zwingen, die Eskalation zu stoppen".

Zuvor war eine Handgranaten-Attacke auf eine israelische Militäreinheit nahe der Grenzstadt Rafah verübt worden. Dabei sei ein israelischer Soldat verletzt worden, teilte die Armee mit.

Am Freitag war bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Grenze des Gazastreifens ein palästinensischer Jugendlicher getötet worden. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt.

AFP

Israelische Soldaten beschießen Demonstranten im Gazastreifen mit Tränengas

Tausende Palästinenser hätten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel Granaten, Sprengsätze und Brandbomben geworfen, teilte die israelische Armee mit. Soldaten hätten einen Versuch bemerkt, den Sicherheitszaun zu durchbrechen - und daraufhin das Feuer eröffnet.

Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder. (Einen Bericht unserer Korrespondentin Anna Reimann über die Eskalation der Gewalt und die Lage in Jerusalem lesen Sie hier.)

Der Uno-Menschenrechtsrat hat beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommission in den Gazastreifen zu schicken. Experten sollen prüfen, ob dort das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte verletzt wurden.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

oka/AFP/dpa

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