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Politik

Nigerias Präsident

Wer betrügt, "zahlt mit seinem Leben"

Muhammadu Buhari steht in Nigeria zur Wiederwahl, es könnte ein enges Rennen werden. Nun droht der Präsident möglichen Wahlfälschern mit dem Tod. Die Opposition spricht vom "Gesetz des Dschungels".

REUTERS

Muhammadu Buhari

Dienstag, 19.02.2019   10:38 Uhr

Am Samstag sind 84 Millionen Menschen in Nigeria aufgerufen, ihren Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen - ein Urnengang, der eigentlich am vergangenen Wochenende stattfinden sollte, aber nur wenige Stunden vor Öffnung der Wahllokale verschoben wurde.

Seit gestern ist mit Genehmigung der Wahlkommission für kurze Zeit wieder der Wahlkampf eröffnet, und die Töne sind schrill: Präsident Muhammadu Buhari drohte in einer Rede vor einem Konvent seiner APC-Partei Personen, die versuchen sollten die Wahl zu beeinflussen, mit dem Tod.

"Ich habe Militär und Polizei die Anweisung gegeben, rücksichtslos zu sein", sagte Buhari. "Jeder, der glaubt, er könne Banditen anstiften, Wahlurnen zu stehlen oder die Wahl zu stören, zahlt dafür mit seinem Leben."

Opposition: Buhari stachelt zu Gewalt an

Die oppositionelle PDP, die mit Atiku Abubakar den aussichtsreichsten Gegenkandidaten für das Präsidentschaftsamt stellt, sprach vom "Gesetz des Dschungels". Abubakar kritisierte, Buhari zeige nun nach der Wahlverschiebung und wenige Tage vor dem Urnengang sein wahres Gesicht. Außerdem sei die Drohung mit Gewalt ein Verstoß gegen das Wahlgesetz, weil sie einer Anstachelung zur Gewalt gleichkomme.

AP

Nigerias Polizei vor dem Hauptquartier der APC

Die Wahl in Nigeria war von der Wahlkommission INEC erst kurz vor Öffnung der ersten Wahllokale um eine Woche auf den 23. Februar verschoben worden. Die Kommission begründete den Schritt damit, dass die Vorbereitungen nicht abgeschlossen seien und zum gegebenen Zeitpunkt keine "freie, faire und glaubwürdige Wahl" möglich sei.

cht/Reuters

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