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Politik

Polen

Polizei muss Homosexuellen-Demo schützen

Feuerwerkskörper, Steine, Anfeindungen: Bei einem Marsch für die Rechte von Homosexuellen in der Stadt Lublin ist es zu Übergriffen gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

WOJTEK JARGIO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Polizeieinsatz in Lublin

Samstag, 13.10.2018   21:16 Uhr

Unter intensivem Polizeischutz ist ein Marsch für die Gleichberechtigung von Homosexuellen durch die Straßen der ostpolnischen Stadt Lublin gezogen. Wie die Agentur PAP am Samstag berichtete, setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein, um etwa 200 Gegendemonstranten unter Kontrolle zu halten. In Richtung der Beamten seien Steine und Feuerwerkskörper geflogen. An dem Marsch für mehr Toleranz beteiligten sich etwa 1500 Menschen.

Im überwiegend katholischen Polen finden Gay-Pride-Paraden seit Jahren in Warschau und vielen anderen Städten statt. Seit die konservative PiS-Partei in Polen regiert, haben Anfeindungen gegen Homosexuelle jedoch zugenommen.

Es sei einzig der Arbeit der Polizei zu verdanken, dass es während des Gleichberechtigungsmarsches in Lublin nicht zu einem Drama gekommen sei, sagte der Bürgermeister der größten polnischen Stadt östlich der Weichsel, Krzysztof Zuk. Er hatte zuvor versucht, die Parade zu verhindern und hatte auf Sicherheitsbedenken verwiesen.

Nach Angaben der Polizei wurden zwei Beamte bei dem Einsatz verletzt. Mehrere Dutzend Personen seien wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen worden. Weitere Verdächtige sollen aufgrund von Videoaufnahmen identifiziert werden. Die bunte Parade verlief danach weitgehend ungestört.

lie/dpa

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