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Politik

Slowakei

Mann klaut Wahlurne - Hochrechnung verschoben

Bei der Präsidentenwahl in der Slowakei hat es einen ungewöhnlichen Zwischenfall gegeben: Ein Mann riss eine Wahlurne an sich und lief davon. Das verzögerte die Auszählung im ganzen Land.

AFP

Wahlurne bei der Präsidentenwahl in der Slowakei

Sonntag, 17.03.2019   12:09 Uhr

Die Präsidentenwahl in der Slowakei ist von einem kuriosen Zwischenfall überschattet worden, der den Beginn der Stimmauszählung im ganzen Land verzögerte. In einem Wahllokal im ostslowakischen Dorf Medzany riss ein mutmaßlich betrunkener Mann am Abend die Wahlurne an sich und lief damit davon. Dabei wurde die nur aus Karton bestehende Wahlurne beschädigt.

Für die Überprüfung, ob keine Stimmzettel verloren gegangen waren, unterbrach die Polizei den Wahlvorgang eine Stunde und 16 Minuten lang. Um exakt so viel Zeit musste daraufhin die Wahl in dem Stimmlokal verlängert werden.

REUTERS

Präsidentschaftskandidatin Zuzana Caputova

Daher ordnete die staatliche Wahlkommission kurzfristig an, dass im ganzen Land der für 22.00 Uhr geplante Beginn der Veröffentlichung erster Teilergebnisse auf frühestens 23.16 Uhr verschoben werden müsse. In einem anderen Wahllokal gab es eine kleinere Verzögerung aus technischen Gründen. Ansonsten ging die Wahl der mehr als vier Millionen Stimmberechtigten in allen knapp sechstausend Wahlbezirken störungsfrei um 22.00 Uhr zu Ende.

Nach ersten Ergebnissen um Mitternacht liegt die Bürgerrechtlerin und Rechtsanwältin Zuzana Caputova deutlich vorn. Laut Teilergebnissen, die das slowakische Statistikamt veröffentlichte, errang die 45-Jährige bei dem Urnengang 39,14 Prozent der Stimmen. Damit zeichnet sich eine Stichwahl gegen den unabhängigen EU-Vizekommissionspräsidenten Maros Sefcovic ab, der von der Regierungspartei Smer-SD unterstützt wird und laut Teilergebnis 18,77 Prozent der Stimmen erhielt.

mal/dpa/AFP

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