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Politik

"Unglücklicher Vorfall"

Russischer Journalist stirbt nach Sturz vom Balkon

Die Ermittler sehen keinen Hinweis auf ein Verbrechen: Nach Behördenmeldungen ist der russische Journalist Maxim Borodin vom Balkon gefallen und gestorben. Zuletzt hatte er über Moskaus Einsatz in Syrien berichtet.

Maxim Borodin

Montag, 16.04.2018   15:15 Uhr

Der russische Journalist Maxim Borodin ist nach einem Sturz vom Balkon seiner Wohnung gestorben. Es gebe "aber kein Anzeichen dafür, dass ein Verbrechen begangen wurde", erklärte die zuständige Ermittlungskommission in Jekaterinburg gegenüber der Nachrichtenagentur Tass.

Für die Einleitung entsprechender Ermittlungen sehe sie keinen Anlass. Vielmehr gehe sie von einem "unglücklichen Vorfall" aus. Borodin hatte zuletzt über Moskaus "Schattenarmee" in Syrien berichtet.

Borodin war bereits in der vergangenen Woche von seinem Balkon im fünften Stock eines Hauses in der Stadt Jekaterinburg gestürzt. Die Millionenstadt liegt östlich des Uralgebirges. Berichten zufolge erlag er am Sonntag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

OSZE-Beauftragter äußert "ernsthafte Besorgnis"

Borodin arbeitete für den Pressedienst Nowyj Den (Neuer Tag) und hatte kürzlich über den Tod mehrerer russischer Söldner der sogenannten Gruppe Wagner in Syrien geschrieben. Das private russische Sicherheitsunternehmen kämpft seit 2015 in Syrien.

Russland hatte in dem Jahr in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen, es unterstützt Machthaber Baschar al-Assad.

Harlem Désir, Beauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Freiheit der Medien, erklärte am Montag auf Twitter, Borodins Tod sei Anlass für "ernsthafte Besorgnis". Er forderte von den Behörden eine "rasche und gründliche Untersuchung".

Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten wurden seit 1992 in Russland 58 Reporter getötet. Die Hintermänner der Verbrechen werden jedoch nur selten überführt.

mho/AFP

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