Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Interne Ermittlungen

Schweden zieht Botschafterin aus China ab

Fünf Buchhändler aus Hongkong verschwanden unter merkwürdigen Umständen. Einer von ihnen wird noch immer in China festgehalten. Der Fall hat nun Konsequenzen für Schwedens Repräsentantin in Peking.

AP

Schwedische Botschaft in Peking

Donnerstag, 14.02.2019   13:36 Uhr

Die schwedische Botschafterin in Peking ist von ihrem Posten abgezogen worden, weil ihr Fehler im Fall ihres in China festgehaltenen Landsmanns Gui Minhai vorgeworfen werden.

Der Schwede ist einer von fünf Buchhändlern aus Hongkong, die politisch heikle Bücher über China herausgegeben und vertrieben hatten, bis sie 2015 unter merkwürdigen Umständen verschwanden. Alle fünf tauchten in China auf. Bis auf Gui Minhai sind alle wieder auf freiem Fuß.

Treffen mit "Geschäftsleuten"

Eine Sprecherin des schwedischen Außenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, Botschafterin Anna Lindstedt sei aus Peking zurück nach Stockholm beordert worden. Es liefen interne Ermittlungen zu Informationen, dass im Fall Gui Minhai falsch gehandelt worden sei.

Man wolle von der Botschafterin ihre Sicht der Dinge erfahren. Eine andere Ministeriumssprecherin sagte, man könne bereits bestätigen, dass Lindstedt falsch gehandelt habe. Alles weitere sollten die Ermittlungen zeigen.

Kurz vor der Rückbeorderung der Botschafterin hatte Angela Gui, die Tochter von Gui Minhau, von einem "seltsamen" Treffen in Schweden mit Lindstedt berichtet. Demnach soll die Botschafterin zusammen mit "Geschäftsleuten" aufgetaucht sein. Die Männer sollen angeboten haben, bei der Freilassung ihres Vaters zu helfen. Dafür müsste die Tochter aber darauf verzichten, weiter in der Öffentlichkeit über den Fall zu reden.

asa/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP