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Politik

Fall Skripal

Großbritannien weist 23 russische Diplomaten aus

Nach der Nervengift-Attacke auf den russischen Ex-Spion Skripal greift die britische Regierungschefin May hart durch: 23 russische Diplomaten werden des Landes verwiesen.

DPA

Theresa May

Mittwoch, 14.03.2018   17:31 Uhr

Großbritannien weist 23 russische Diplomaten aus. Die Maßnahme ist demnach eine Reaktion auf den Fall Sergej Skripal. Das erklärte die britische Premierministerin Theresa May am Mittwoch im Parlament in London. Die Diplomaten haben eine Woche Zeit, um das Land zu verlassen. Es handle sich um die "größte Ausweisung seit mehr als 30 Jahren", sagte May. Sie fügte hinzu: "Der russische Staat ist des versuchten Mordes schuldig."

Außerdem stoppt Großbritannien bilaterale Kontakte "auf hoher Ebene" mit Russland. Aus diesem Grund wurde eine Einladung des russischen Außenministers Sergej Lawrow nach London zurückgezogen. Zudem würden weder britische Minister noch die königliche Familie die Fußball-WM im Sommer in Russland besuchen.

Der russische Ex-Spion war im südenglischen Salisbury zusammen mit seiner Tochter bewusstlos aufgefunden worden. Nach Überzeugung der britischen Regierung handelte es sich um einen Giftanschlag aus Russland. Beide Opfer schweben noch in Lebensgefahr.

Nach Angaben der britischen Regierung wurde ein Gift verwendet, das zu Sowjetzeiten entwickelt wurde. Premierministerin Theresa May hatte die russische Regierung ultimativ zur Aufklärung aufgefordert. Die Frist verstrich in der Nacht zu Mittwoch. Die Regierung in Moskau streitet jede Verwicklung in den Fall ab.

Foto: Getty Images

Noch am Mittwoch soll sich auch der Uno-Sicherheitsrat mit dem Nervengiftanschlag befassen. Dabei solle das Gremium über den Ermittlungsstand informiert werden, teilte das Außenministerium in London mit.

Tusk sagt Solidarität zu

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte Großbritannien in dem Fall volle Solidarität zu und prangerte Russland an. Die "brutale Attacke" sei "sehr wahrscheinlich von Moskau angeregt" gewesen, sagte Tusk. Er sei bereit, den Fall auf die Tagesordnung des EU-Gipfels kommende Woche zu setzen.

Tusk sagte noch nicht, welche möglichen Maßnahmen die EU gegen Russland ergreifen könnte. London solle einen Vorschlag machen, wie man gemeinsam reagieren könne. "Eines muss klar sein, unsere Solidarität und Einigkeit in diesem Zusammenhang ist unabdingbar", sagte Tusk.

Auf einer Sondersitzung der Nato informierte Großbritannien das Verteidigungsbündnis über die Ermittlungen zu dem Anschlag. Die Alliierten hätten danach ihre tiefe Besorgnis und Solidarität zum Ausdruck gebracht, hieß es in einer Stellungnahme. Auf Nato-Territorium sei es noch nie zuvor zu einem offensiven Einsatz eines Nervenkampfstoffes gekommen.

vks/apr/dop/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 161 Beiträge
ottorichard-stallmann 14.03.2018
1. Wem nützt es?
Das sollte immer gefragt werden.
Das sollte immer gefragt werden.
wulfman65 14.03.2018
2. Harter Schritt
Wer solche Massnahmen wie May ergreift, muss Erkenntnisse haben, die über die Verwendung und Herkunft des Nervengifts hinaus gehen. Warum wird der Öffentlichkeit da etwas vorenthalten? Die Tatsache, dass die Russen selbst [...]
Wer solche Massnahmen wie May ergreift, muss Erkenntnisse haben, die über die Verwendung und Herkunft des Nervengifts hinaus gehen. Warum wird der Öffentlichkeit da etwas vorenthalten? Die Tatsache, dass die Russen selbst untersuchen wollen ist ein Eingeständnis, dass im russichen Staatsapparat Dinge aus dem Ruder gelaufen sind. Ist ja nicht der erste Fall russischen "Eingreifens" in London.
ntfl 14.03.2018
3. Na toll,
das Gleiche wird Putin dann wohl auch machen und keiner - ausser den vielen immer lauter werdenden Falken weltweit - hat etwas davon. Man hätte den Russen eine Probe des Nervengases übergeben können und die Reaktion darauf [...]
das Gleiche wird Putin dann wohl auch machen und keiner - ausser den vielen immer lauter werdenden Falken weltweit - hat etwas davon. Man hätte den Russen eine Probe des Nervengases übergeben können und die Reaktion darauf wenigstens abwarten sollen. So verbleibt doch ein ungutes Gefühl, weil man (mal wieder) nicht verlässlich weiss, welche Beweise existieren wirklich und wer sagt die Wahrheit und spekuliert nicht nur!
planetrene 14.03.2018
4. Skandal
Weil das Nervengas vor über 30 Jahren in der SU hergestellt wurde, wird der Verdacht zur Tatsache gemacht und eine solche Staatskrise ausgelöst? Faszinierend! Und Die EU, namentlich D.Tusk, springt sofort bei. Geht's noch!!!
Weil das Nervengas vor über 30 Jahren in der SU hergestellt wurde, wird der Verdacht zur Tatsache gemacht und eine solche Staatskrise ausgelöst? Faszinierend! Und Die EU, namentlich D.Tusk, springt sofort bei. Geht's noch!!!
ralle0507 14.03.2018
5. Und was...
soll das bringen ? Bei aller Verständlichkeit, meinen die Briten dass die Russen übermorgen dann Wehmütig angekrochen kommen und den Vorfall dann zugeben ? Nein, es wird weiter eskalieren mit Sanktionen, Reaktionen auf diese [...]
soll das bringen ? Bei aller Verständlichkeit, meinen die Briten dass die Russen übermorgen dann Wehmütig angekrochen kommen und den Vorfall dann zugeben ? Nein, es wird weiter eskalieren mit Sanktionen, Reaktionen auf diese Sanktionen usw. Wehe dem, der Kreml ist sogar unschuldig, dann wird es peinlich. Von Tusk bin ich enttäuscht, statt zu vermitteln schlägt er sich sofort auf die Seite der Briten. Wir werden sehen...
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