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Politik

"Bunga-Bunga"-Prozess

Berlusconi endgültig freigesprochen

Das oberste Gericht in Italien hat Silvio Berlusconi endgültig freigesprochen. Er musste sich in der Ruby-Affäre wegen Sex mit Minderjährigen verantworten.

DPA

Silvio Berlusconi: Endgültiger Freispruch

Mittwoch, 11.03.2015   09:34 Uhr

Rom - Der italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ist im Prozess um "Bunga-Bunga-Partys" und Sex mit minderjährigen Prostituierten endgültig freigesprochen worden. Das oberste Gericht in Italien bestätigte das Urteil in letzter Instanz. Damit ist keine weitere Berufung mehr möglich, der Freispruch ist rechtskräftig.

Im Juni 2013 hatte ein Mailänder Gericht Silvio Berlusconi im Ruby-Prozess in erster Instanz verurteilt: Er sollte sieben Jahre in Haft - und keine öffentlichen Ämter mehr ausüben dürfen. Der Ex-Premier wurde für schuldig befunden, mit der damals minderjährigen Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt Ruby, Sex gegen Geld gehabt und anschließend seinen Einfluss als Regierungschef eingesetzt zu haben, um die Affäre zu vertuschen. Berlusconi soll bei der Polizei angerufen haben, um Rubys Freilassung nach einer Festnahme wegen Diebstahls zu erwirken.

Im Juli 2014 erklärten Richter den früheren Regierungschef Italiens in zweiter Instanz überraschend für unschuldig. Nun ging das Verfahren in die dritte Runde: Staatsanwalt Eduardo Scardaccione hatte gefordert, den Freispruch aufzuheben. Er halte es nicht für glaubwürdig, dass Berlusconi nichts von Rubys Minderjährigkeit gewusst habe. Damit hatten die Richter in zweiter Instanz den Freispruch für den Milliardär begründet.

Berlusconi selbst hatte die Vorwürfe stets bestritten. Sein Verteidiger Franco Coppi erklärte, es gebe keinen Beweis dafür, dass Berlusconi von Rubys Alter gewusst habe. Er bestreite aber nicht, dass es Prostitution in Berlusconis Villa Arcore gegeben habe.

Die Richter in Rom hatten sich nach einer kurzen Anhörung am frühen Nachmittag zur Beratung zurückgezogen. Sie ließen sich jedoch Zeit, erst kurz vor Mitternacht verkündeten sie das Urteil.

Mit dem Freispruch ist die Affäre für Berlusconi aber noch nicht ausgestanden

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Zeugenbestechung gegen ihn. Er soll einige der jungen Frauen, die an den Partys teilgenommen hatten, für Aussagen zu seinen Gunsten bezahlt haben. Ihm droht daher ein weiterer Prozess. Und auch weitere Verfahren laufen, etwa wegen der Bestechung eines Senators.

Das Urteil gibt Berlusconis Hoffnungen auf ein politisches Comeback dennoch weiter Aufwind. Allerdings darf der Medienzar, obwohl er am vergangenen Sonntag seinen Sozialdienst in einem Seniorenheim beendet hat, bis 2019 keine öffentlichen Ämter übernehmen. Zudem hatte er zuletzt politisch an Einfluss verloren. Bei Reformen arbeitet er nicht mehr mit Regierungschef Matteo Renzi zusammen, und auch seine Partei Forza Italia steht in Umfragen nicht besonders gut da.

kbl/vet/dpa

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