Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Spanisches Parlament

Abgeordnete stimmen für Francos Umbettung

Bislang liegt der spanische Diktator Francisco Franco in einem Mausoleum, an dem 20.000 Zwangsarbeiter bauten. Es wurde zur Pilgerstätte für Rechtsextreme. Damit soll jetzt Schluss sein.

REUTERS

Das Grab von Francisco Franco mit Blumen

Donnerstag, 13.09.2018   15:36 Uhr

Das Kabinett in Madrid hatte bereits Ende August entschieden, die Gebeine des einstigen spanischen Diktators Francisco Franco umzubetten. Nun stimmte das Parlament zu. Die Abgeordneten billigten mit 172 Jastimmen bei zwei Gegenstimmen und 164 Enthaltungen ein entsprechendes Dekret der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

Die Regierung hatte im August die Entfernung der sterblichen Überreste des Diktators aus einer Kirche im Valle de los Caídos, dem Tal der Gefallenen, angeordnet. Das 50 Kilometer nördlich von Madrid gelegene Mausoleum Francos, eine monumentale Anlage mit einem 150 Meter hohen Steinkreuz, ist über die Jahre zu einer Pilgerstätte für Rechte und Rechtsextreme in Spanien geworden.

Umgang mit Franco-Diktatur spaltet das Land bis heute

Nach dem Willen von Sánchez soll dort nun eine Ruhestätte für die Opfer des Faschismus entstehen. Die Nachfahren Francos haben nach langem Widerstand inzwischen eingewilligt, sich der sterblichen Überreste des einstigen Diktators anzunehmen.

Franco hatte nach dem Sieg der rechten Putschisten im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) in Spanien bis zu seinem Tod 1975 mit eiserner Faust geherrscht. Der Umgang mit der Franco-Diktatur spaltet das Land bis heute. Unter der konservativen Vorgängerregierung in Madrid wäre eine Exhumierung der Gebeine undenkbar gewesen.

höh/afp

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP