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Politik

Staffan de Mistura

Uno-Syrienbeauftragter tritt überraschend zurück

Mehrere Jahre versuchte Staffan de Mistura, als Uno-Sondergesandter für Syrien in dem Bürgerkrieg zu vermitteln. Nun erklärte er seinen Rückzug. Er werde sein Amt "aus persönlichen Gründen" aufgeben.

SALVATORE DI NOLFI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Staffan de Mistura

Mittwoch, 17.10.2018   18:19 Uhr

Vier Jahre versuchte der Uno-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura im Syrienkonflikt zu vermitteln. Ein schwieriges Unterfangen, denn ein Fortschritt war kaum zu erreichen. Nun gibt er seinen Posten auf.

Der 71 Jahre alte italienisch-schwedische Spitzendiplomat kündigte den Rücktritt überraschend in einer Sitzung des Sicherheitsrats an. Hintergrund seien "ausschließlich persönliche Gründe", sagte de Mistura, der das Amt Ende November abgeben will.

Er ist bereits der Dritte, der den Posten in dem seit sieben Jahren anhaltenden Syrien-Konflikt besetzt. Seine Vorgänger, der frühere Uno-Generalsekretär Kofi Annan und der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi, hatten das Amt aus Ernüchterung über mangelnde Fortschritte bei der Befriedung Syriens niedergelegt

De Mistura war im Juli 2014 vom damaligen Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon auf den Posten berufen worden. Dank seiner vier Jahrzehnte umfassenden Laufbahn bei den Vereinten Nationen wurden ihm Chancen nachgesagt, den blutigen Bürgerkrieg in Syrien schrittweise zu einer politischen Lösung zu führen. In dem mehr als sieben Jahre dauernden Konflikt sind inzwischen mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen.

De Mistura will seine verbleibenden Wochen im Amt nach Angaben der britischen Uno-Vertretung nutzen, um Chancen für einen Verfassungsausschuss unter Uno-Führung auszuloten. Die Aussichten darauf sind ungewiss - über Wege zu einer neuen Verfassung in Syrien diskutieren Diplomaten seit Monaten mit nur mäßigen Fortschritten. Die Verfassung soll den Weg zu freien und fairen Wahlen unter Uno-Aufsicht für alle wahlberechtigten Syrer ebnen.

Im Ausschuss könnten den Uno zufolge Vertreter der Regierung von Präsident Baschar al-Assad, der Opposition sowie einer Gruppe aus Experten, Stammesführern, Frauen und Vertretern der Zivilgesellschaft sitzen. Wegen Einwänden der syrischen Regierung hat sich die Gründung des Ausschusses bisher verzögert.

Lange hoffnungsvoll

Trotz der verheerenden und äußerst verworrenen Lage in Syrien schien de Mistura die Hoffnung auf eine friedliche Lösung nicht aufzugeben. Die Gespräche in Genf unter seiner Führung endeten aber immer wieder ergebnislos.

Der in Stockholm geborene de Mistura diente unter dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti von Ende 2011 bis 2013 als stellvertretender Außenminister. Er spricht sieben Sprachen, darunter umgangssprachliches Arabisch. In seinen mehr als 40 Jahren humanitärer Arbeit diente er unter anderem als Uno-Gesandter in Afghanistan und im Irak sowie als Vertreter des Uno-Generalsekretärs im Südlichen Libanon.

mho/dpa

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