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Politik

Krieg in Syrien

Assads Armee hat letzte IS-Bastion erobert

Abu Kamal war die letzte Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien. Nach schweren Bombardements ist nun das syrische Militär eingezogen, die Islamisten verlassen die Stadt.

AFP

Irakische Soldaten an der Grenze zu Syrien, unweit der syrischen Grenzstadt Abu Kamal

Donnerstag, 09.11.2017   11:44 Uhr

Der Niedergang der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) geht offenbar weiter: Syriens Armee und ihre Verbündeten haben die letzte größere vom IS gehaltene Stadt im Osten des Landes nahe der Grenze zum Irak gestürmt.

Nach schweren Kämpfen in Teilen der Stadt Abu Kamal am Mittwochabend, sei die Stadt nun an die Assad-Truppen gefallen, meldeten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London und das Regime übereinstimmend. Laut Beobachtungsstelle zogen IS-Kämpfer, die sich in Abu Kamal ergeben hatten, am Donnerstag durch einen Korridor aus der Stadt ab.

Laut russischem Militär, das in Syrien an der Seite von Machthaber Baschar al-Assad Krieg führt, haben Luftwaffe und Marine die Islamisten in und bei Abu Kamal in den vergangenen Tagen mehrfach bombardiert.

DPA

Foto eines russischen Tu22M-Bombers über Abu Kamal, veröffentlicht vom russischen Verteidigungsministerium

Nach Angaben der von den USA angeführten Koalition haben die Islamisten inzwischen 96 Prozent ihres ehemaligen Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren. Kämpfer des IS halten sich noch vor allem in dem von Wüsten geprägten Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak auf.

Mit dem Fall von Abu Kamal verblieben dem IS nur noch einige Dörfer östlich des Flusses Euphrat und zwei Vororte von Damaskus. Abu Kamal in der ölreichen Provinz Dair as-Saur hatte der IS 2014 eingenommen. Die gleichnamige Hauptstadt der Provinz hatten Regierungseinheiten und ihre Verbündeten mithilfe russischer Flugzeuge vor einigen Tagen eingenommen.

Derweil forderten die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine "entschlossene internationale Antwort" auf den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Das sei jetzt "unerlässlich, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, den Opfern dieser abscheulichen Angriffe Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und zu verhindern, dass sich solche Angriffe wiederholen", hieß es in einer Erklärung der vier Außenminister.

cht/dpa/Reuters

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