Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Chronologie

Attacken auf Europas Metropolen

Städte in Europa werden immer wieder zur Zielscheibe von Terroristen. Seit 2014 häufen sich die Attacken. Ein Überblick.

REUTERS

Polizistin und Londoner Bürger auf der London Bridge

Sonntag, 04.06.2017   08:45 Uhr

Madrid, London, Paris, Brüssel, Berlin, Manchester - und nun wieder London. Es ist bereits der zweite Anschlag in der britischen Hauptstadt in diesem Jahr, der dritte in zwölf Jahren. Europäische Metropolen sind in den vergangenen Jahren immer stärker ins Fadenkreuz von Terroristen gerückt. Die Chronologie des Terrors in Europa:

Madrid - März 2004: Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

London - Juli 2005: Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und in einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Moskau - März 2010: Zwei Selbstmordattentäterinnen verüben Anschläge auf U-Bahn-Stationen. 37 Menschen werden getötet, rund 70 werden verletzt.

Moskau - Januar 2011: In der Ankunftshalle des Moskauer Flughafens Domodedowo sprengt sich am 24. Januar 2011 ein Selbstmordattentäter in die Luft. 37 Menschen sterben, mehr als hundert werden verletzt. Hinter der Tat stecken offenbar islamistische Terroristen um den tschetschenischen Rebellenführer Doku Umarow.

Brüssel - Mai 2014: Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter "Gotteskrieger" hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

Paris - Januar 2015: Bei einem Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation al-Qaida.

Kopenhagen - Februar 2015: Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

Paris - November 2015: Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub Bataclan töten IS-Anhänger 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Istanbul - Januar 2016: Ein Selbstmordattentäter des IS zündet im historischen Zentrum mitten in einer deutschen Reisegruppe eine Bombe und reißt zwölf Deutsche mit in den Tod.

Brüssel - März 2016: Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

Istanbul - Juni 2016: Drei Selbstmordattentäter sprengen sich am Istanbuler Flughafen Atatürk in die Luft. 41 Menschen werden getötet.

Nizza - Juli 2016: Ein Attentäter rast mit einem Lastwagen auf dem Strandboulevard in eine Menschenmenge. Mindestens 86 Menschen sterben. Der IS ist nach Angaben seines Verlautbarungsorgans Amak für den Anschlag verantwortlich.

Berlin - Dezember 2016: Kurz vor Weihnachten wird die Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen kommen um, als ein IS-Anhänger einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

Istanbul - 1. Januar 2017: Ein Attentäter erschießt in einem Nachtklub innerhalb von sieben Minuten 39 Menschen. Der "Islamische Staat" (IS) bekennt sich zu dem Anschlag. Die türkische Polizei verhaftet den Usbeken Abdulkadir Mascharipow. Laut den Behörden erhielt Mascharipow seine Anweisungen direkt von einem IS-Kommandeur im syrischen Rakka.

Paris - Februar/März 2017: Auf dem Flughafen Orly versucht ein Mann, einer patrouillierenden Soldatin das Gewehr zu entreißen, und wird erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

London - 22. März 2017: Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke sterben vier an ihren Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.

St. Petersburg - 3. April 2017: Bei einem Selbstmordanschlag in der U-Bahn werden 14 Menschen getötet. Ein 22-jähriger, in Kirgisien geborener Russe soll den Selbstmordanschlag verübt haben. Auf den Resten der explodierten Tasche seien seine DNA-Spuren gefunden worden, melden Ermittler.

Stockholm - 7. April 2017: Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße erst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Noch am selben Tag nimmt die Polizei einen 39-jährigen Usbeken unter Terrorverdacht fest.

Paris - 20. April 2017: Auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées schießt ein Islamist mit einem Sturmgewehr in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich.

Manchester - 22. Mai 2017: Bei einem Bombenanschlag auf ein Popkonzert in Manchester werden 22 Menschen getötet. Es gibt knapp 60 Verletzte, darunter viele Kinder und Jugendliche. Ein Mann bringt am Ende eines Popkonzerts von Teenie-Star Ariana Grande eine selbstgebaute Bombe zur Explosion.

London - 3. Juni 2017: Auf der London Bridge überfahren drei Attentäter mehrere Fußgänger, dann greifen sie eine beliebte Markthalle an. Mindestens sechs Menschen kommen ums Leben, die Angreifer werden getötet.

asa/dpa

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP