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Politik

Tod einer Siebenjährigen an US-Grenze

Vater widerspricht Angaben über Dehydrierung

Eine Siebenjährige aus Guatemala starb kurz nach der Festsetzung an der US-Grenze - Berichten zufolge war sie dehydriert. Doch diese Darstellung weist der Vater des Mädchens zurück.

ESTEBAN BIBA/ EPA-EFE/ REX

Familie von Jakelin Caal Maquin in Guatemala

Sonntag, 16.12.2018   16:08 Uhr

Der Vater der Siebenjährigen aus Guatemala, die zwei Tage nach der Festsetzung an der US-Grenze gestorben ist, hat Angaben zum Tod des Mädchens widersprochen.

Jakelin Caal Maquin und ihr Vater waren am 6. September in einer Gruppe von mehr als 150 Migranten vom US-Grenzschutz in New Mexico aufgegriffen worden. Wenige Stunden später übergab sie sich und hörte auf zu atmen. Sie starb am 8. Dezember in einem texanischen Krankenhaus.

Das Obduktionsergebnis steht noch aus, doch laut "Washington Post" hatte die US-Behörde bereits mitgeteilt, das Mädchen habe tagelang nichts zu essen und zu trinken bekommen. Diesen Vorwurf hat ihr Vater nun zurückgewiesen. Jakelin habe auf der Reise angemessen Nahrung und Flüssigkeit erhalten, heißt es in einem Statement der Familie. Es habe keine Anzeichen gesundheitlicher Probleme gegeben. Der Vater des Mädchens hält sich derzeit in einem Flüchtlingslager in El Paso, Texas, auf.

Der Fall erregt in den USA großes Aufsehen und befeuert die Debatte über den Umgang der Grenzschützer mit Migranten. Die US Customs and Border Protection (CBP) hat inzwischen ein Protokoll der Ereignisse veröffentlicht, das der Vater des Mädchens nicht bestreitet. Er erhebt auch keine konkreten Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte, fordert in seinem Statement aber eine "objektive und gründliche Untersuchung."

Reporter mehrerer Medien besuchten die Familie des Mädchens in Guatemala. Die Mutter sagte, ihr Mann und Jakelin hätten der "extremen Armut" entkommen und Geld in die Heimat senden wollen. "Sie hatte noch nie ein großes Land gesehen und war glücklich über die Reise", sagte die Mutter über Jakelin. "Sie sagte, wenn sie groß ist, werde sie arbeiten und Mama und Oma Geld schicken."

Tausende Migranten sind zuletzt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA gestrandet, die meisten sitzen in Tijuana fest. Auch weiter östlich versuchen die Menschen, über die Grenze zu gelangen. Die Flüchtlinge kommen meist aus Mittelamerika, haben Tausende Kilometer zu Fuß zurückgelegt - und landen dann oft im Gewahrsam der Grenzschutzbehörde CBP.

Die Zahl festgenommener Migrantenfamilien hat sich in diesem Jahr deutlich erhöht. Die harte Einwanderungspolitik Donald Trumps ist ein zentraler Bestandteil seiner Präsidentschaft. Kritiker werfen ihm vor, Migranten für politische Zwecke zu dämonisieren.

Im Video: Flucht durch Amerika - Volles Risiko mit "La Bestia"

Foto: Deutsche Welle

hut/Reuters/AP

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