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Politik

Proteste gegen Arbeitsbedingungen

Türkisches Gericht lässt inhaftierte Flughafenarbeiter frei

Weil sie gegen schlechte Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des Istanbuler Flughafens protestiert hatten, mussten 31 Arbeiter in Haft. Jetzt hat ein türkisches Gericht die Freilassung der Männer angeordnet.

DPA

Baustelle des neuen Istanbuler Flughafens

Donnerstag, 06.12.2018   13:12 Uhr

Der neue Flughafen in Istanbul ist eines der Prestigeobjekte von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan - sorgte aber immer wieder für Kritik. Nun hat ein türkisches Gericht die Freilassung von 31 Flughafenarbeitern angeordnet, die wegen Protesten gegen die Arbeitsbedingungen auf der Großbaustelle in Haft saßen.

"Das Gericht hat seine Entscheidung verkündet: Es lässt unseren Generaldirektor Özgür Karabulut, die Chefs der Gewerkschaft Insaat-IS und alle Arbeiter frei", teilte die Baugewerkschaft Dev Yapi-Is am späten Abend per Twitter mit.

Im September waren Hunderte Arbeiter auf der riesigen Baustelle des neuen Istanbuler Flughafens am Schwarzen Meer in einen Streik getreten, um gegen die schlechten Arbeitsbedingungen zu protestieren, die in den vergangenen Jahren zu Dutzenden Todesfällen auf der Baustelle geführt hatten. Die Polizei ging jedoch mit Härte gegen die Proteste vor und nahm Hunderte Demonstranten fest. Während die meisten später wieder freigelassen wurden, blieben 31 in Haft.

Der Oppositionsabgeordnete Ali Seker hatte am Montag mitgeteilt, die Regierung habe bestätigt, dass "mindestens 52 Arbeiter" auf der Baustelle seit Beginn der Arbeiten 2015 ums Leben gekommen seien. Der Flughafen ist Ende Oktober offiziell eingeweiht worden, doch gibt es bisher täglich nur fünf Flugverbindungen, während die Bauarbeiten weitergehen. Erst Anfang Januar soll der Flughafen den bestehenden Atatürk Airport im Süden der Metropole ablösen.

asc/AFP

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