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Politik

Staatspräsident Erdogan

Türkei teilt Aufnahmen von Khashoggi-Mord mit anderen Ländern - auch mit Deutschland

Neue Enthüllung: Der türkische Präsident Erdogan erklärt, sein Land habe Aufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi an einige Länder weitergegeben.

AP

Recep Tayyip Erdogan

Samstag, 10.11.2018   13:59 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich noch nicht oft zum Tod von Jamal Khashoggi geäußert. Anfang des Monats warf er dem Königshaus in Riad vor, den Auftrag für die Tötung des saudi-arabischen Journalisten erteilt zu haben. Nun gab Erdogan bekannt, die Türkei habe Audio-Aufnahmen mit einer Reihe von Ländern geteilt - darunter auch Deutschland.

Er sagte, die Informationen seien auch an Saudi-Arabien, die USA, Frankreich und Großbritannien weitergegeben worden. "Sie haben die (aufgezeichneten) Gespräche gehört und kennen sie", so Erdogan.

Der im Exil lebende saudi-arabische Regierungskritiker Khashoggi wurde Anfang Oktober in dem Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul umgebracht, wo er Dokumente für seine Hochzeit abholen wollte.

Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung den Tod des "Washington Post"-Kolumnisten zu. Riad beschuldigte aber hochrangige Regierungsmitarbeiter der Tat, die nicht auf Befehl von Kronprinz oder König gehandelt hätten. Diese Version wurde international als wenig glaubwürdig angezweifelt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump erklärten derweil bei ihrem Treffen in Paris, das Königshaus in Riad müsse weitere Detailfragen in dem Fall beantworten. Klar sei aber auch, dass die Region dadurch nicht weiter destabilisiert werden dürfe.

dop/dpa/Reuters

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