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Politik

Keine Luftbetankung mehr

USA stoppen Unterstützung für saudi-arabische Kampfjets im Jemen

Saudi-Arabien führt im Jemen Krieg - bislang mit US-Hilfe. Nun werden die Jets des Königshauses nicht mehr in der Luft betankt. Die Begründung aus Riad: eine angebliche Steigerung der eigenen Fähigkeiten.

imago/ StockTrek Images

Saudi-arabischer Kampfjet

Samstag, 10.11.2018   10:18 Uhr

Saudi-Arabien steht unter internationalem Druck. Die Gründe: Der Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi - und die Rolle Riads im Jemen, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Nun wurde bekannt: Die von Saudi-Arabien im Jemen geführte Militärkoalition will künftig auf US-Hilfe bei der Betankung ihrer Flugzeuge "verzichten".

Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung, die Koalition habe ihre eigenen Fähigkeiten bei der Luftbetankung in dem Bürgerkriegsland gesteigert und in Abstimmung mit den USA die Beendigung von deren Unterstützung beantragt. Die USA liefern Saudi-Arabien zudem Waffen und militärische Geheimdiensterkenntnisse.

Im Jemen kämpfen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Milizen gegen Truppen der ins Exil geflohenen Regierung. Seit 2014 steht das sunnitische Saudi-Arabien an der Spitze einer Koalition arabischer Staaten gegen die Huthi-Milizen.

US-Verteidigungsminister Mattis bestätigt Angaben aus Riad

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bereits rund 10.000 Menschen in dem Konflikt getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. Die Uno hat Saudi-Arabien bereits mehrmals für Luftangriffe kritisiert, die auf zivile Ziele wie Krankenhäuser geflogen wurden.

Die Vereinigten Staaten bestätigten die Angaben aus Saudi-Arabien. US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte, die USA unterstützten die - mutmaßlich nicht freiwillig getroffene - "Entscheidung" Riads, die Kooperation bei der Luftbetankung ihrer Kampfflugzeuge zu beenden. Die Koalition habe entschieden, "ihre eigenen militärischen Kapazitäten zu nutzen".

Die USA waren bislang für die Betankung von rund einem Fünftel der Koalitionsflugzeuge, die im Jemen im Einsatz waren, zuständig. Die Regierung in Washington fordert die Machthaber in Riad seit Ende Oktober dazu auf, an einem zügigen Waffenstillstand zu arbeiten und Friedensgespräche aufzunehmen.

dop/dpa/AFP

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