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Politik

Rekruten für US-Militär

Zu dick zum Kämpfen

Berater des Pentagon schlagen Alarm: Es gibt eine neue Bedrohung für Amerikas Sicherheit. Die kommt dieses Mal aber nicht aus dem Ausland, sondern aus dem Inland - und ist angefressen.

DPA

Ein übergewichtiger Mann in Washington D.C. (Symbolbild)

Samstag, 13.10.2018   16:06 Uhr

Berater des Pentagon haben vor einer neuen Gefahr für die nationale Sicherheit der USA gewarnt: Fast ein Drittel der jungen US-Bürger sei inzwischen zu dick, um zum Militär zu gehen, heißt es in einem Bericht ehemaliger Generäle und Admiräle. Die weit verbreitete Fettleibigkeit erschwere die Rekrutierung neuer Soldaten erheblich und bedrohe die Kampfkraft, teilten sie mit.

"Fettleibigkeit hat lange die Gesundheit unserer Nation bedroht. Angesichts der sich ausdehnenden Epidemie bedroht sie nun auch unsere Sicherheit", heißt es in dem Bericht "Ungesund und unvorbereitet", den das Washingtoner Fachinstitut Council For A Strong America in dieser Woche vorlegte.

Generäle fordern Maßnahmen für gesünderes Leben

Das Problem lasse sich nur lösen, wenn "Maßnahmen zu einer gesünderen Lebensführung" ergriffen würden, und das schon bei Kindern, mahnten die Autoren.

Die US-Streitkräfte hatten im vergangenen Monat verkündet, dass sie dieses Jahr erstmals seit 13 Jahren ihr Ziel deutlich verfehlen werden, 76.500 neue Rekruten anzuwerben. Demnach entsprechen 71 Prozent der US-Bürger zwischen 17 und 24 Jahren nicht den Anforderungen für Bewerber. Am höchsten fiel der Anteil in den US-Bundesstaaten Mississippi und Louisiana sowie dem District of Columbia aus. Als Hauptursache wurden neben Übergewicht auch mangelnde Bildung sowie Drogen und Kriminalität genannt.

Dicke Soldaten kosten Militär jährlich 1,5 Milliarden Dollar

Angesichts des Mangels an geeigneten Bewerbern drückt die Armee bisweilen beide Augen zu. In den Streitkräften gebe es immer wieder "pummelige Soldaten", "die das geforderte Größen- und Gewichtsmaß deutlich aushebeln", sagte der pensionierte Generalmajor Jeffrey Philipps dem Fachblatt "Military Times". Nach seinen Angaben kosten die Gesundheitsprobleme dicker Soldaten oder die Suche nach Ersatz das Militär jährlich 1,5 Milliarden Dollar.

Das Pentagon versucht inzwischen, dem Trend mit verschiedenen Programmen entgegenzusteuern: Dazu zählen spezielle Fitnesstests für angehende Rekruten sowie Luxus-Fitnesscenter und Ernährungsberatung in vielen militärischen Einrichtungen. Laut den Autoren von "Ungesund und unvorbereitet" genügt dies aber nicht.

Vielmehr müssten Eltern und ihre Kinder umfassend darüber aufgeklärt werden, wie lebenswichtig richtige Ernährung und viel Bewegung seien. "Die Grundausbildung für Rekruten dauert Wochen, starke Soldaten heranzuziehen dauert Jahre", mahnte der frühere Luftwaffengeneral Richard Myers. "Schon im frühen Stadium zu einem gesunden Lebensstil zu ermuntern, hilft unserer Nation, auf künftige Herausforderungen besser vorbereitet zu sein."

ene/AFP

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