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Politik

Wahl in Pennsylvania

Demokrat und Republikaner liegen gleichauf

Es ist ein wichtiger Test für Donald Trump: In Pennsylvania sind der Demokrat Conor Lamb und der Republikaner Rick Saccone zur Nachwahl für einen Kongresssitz in Washington angetreten. Das Rennen ist knapp.

REUTERS

Wahlplakate für Conor Lamb und Rick Saccone

Mittwoch, 14.03.2018   09:54 Uhr

Selbst nachdem 99 Prozent der Stimmen ausgezählt waren, galt das Ergebnis noch als zu knapp für eine Siegerverkündung: Bei der Wahl im US-Bundesstaat Pennsylvania liegen der demokratische Kandidat Conor Lamb und sein Rivale von den Republikanern, Rick Saccone, fast gleichauf. Laut "New York Times" hat Lamb einen Vorsprung von 0,4 Prozentpunkten.

Für die Entscheidung fehlten zuletzt einige tausend Briefwahlstimmen, die erst im Lauf der Nacht (Ortszeit) mehrere Stunden lang gezählt werden sollten. Mit der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses für den 18. Distrikt wird nun erst im Lauf des Mittwochs gerechnet.

Die Nachwahl für einen Sitz im Repräsentantenhaus in Washington galt als Test für die Agenda von US-Präsident Donald Trump und die mögliche Strategie der Demokraten bei den Kongresswahlen im Herbst. Bei der vergangenen Präsidentschaftswahl hatte Trump den Bezirk mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. Der Wahldistrikt im früher industriell geprägten "Rust Belt" gilt in seiner Zusammensetzung als Kernland der Wählerschaft von Trump.

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Conor Lamb

In Umfragen hatte zuletzt allerdings der Demokrat Lamb in Führung gelegen. Der 33 Jahre alte Ex-Marine und frühere Staatsanwalt hatte vergleichsweise konservative Positionen bezogen. Lambs sehr starkes Abschneiden könnte im Wahljahr andere Demokraten ermutigen, es mit einer ähnlichen Strategie zu versuchen.

Für Trump galt alles andere als ein klarer Sieg des Republikaners Saccone als ein bedrohliches Signal: Bei den Midterm-Wahlen im Herbst könnten seiner Partei weitere Verluste in wichtigen Hochburgen drohen. Die Republikaner haben den früher von Stahl und Kohle geprägten Distrikt vor dieser Wahl acht Mal nacheinander gewonnen. Der geringste Abstand zum konkurrierenden Demokraten waren dabei 15 Punkte. Der Bezirk ist so republikanisch, dass 2014 und 2016 erst gar kein Demokrat antrat.

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Rick Saccone

Die Wahl war nötig geworden, weil der Republikaner Tim Murphy 2017 wegen einer sexuellen Affäre zurückgetreten war.

aar/dpa/AP

insgesamt 63 Beiträge
gandhiforever 14.03.2018
1. Briefwahlstimmen
Und bei den Briefwahlstimmen , so zeigt es die Erfahrung, hat der Demokrat einen Vorteil. Der Gegenspieler, der sich als Trump bezeichnete, bevor Trump die politische Buehne betrat, duerfte nicht in der Lage sein, seinen [...]
Und bei den Briefwahlstimmen , so zeigt es die Erfahrung, hat der Demokrat einen Vorteil. Der Gegenspieler, der sich als Trump bezeichnete, bevor Trump die politische Buehne betrat, duerfte nicht in der Lage sein, seinen Rueckstand wettzumachen. Trump, der extra am Samstag fuer 'seinen' Kandidaten trommelte, hat anscheinend hinter der Buehne Saccone als schwachen Kandidaten bezeichnet. Wie auch immer, Trump gewann dort mit einem Riesenvorsprung. Der Vorsprung ist weg, der Wahlbezirk wird im November auch weg sein, weil die Wahlbezirksgrenzen geaendert wurden.
letitbe 14.03.2018
2. Lamb
Jede Aktion die diesen Verrückten stoppt ist großartig und sei es nur eine Nachwahl. Auf Dauer wird es sowieso keinen Bestand haben, da Narzissten keine wirklichen Freunde neben sich dulden und irgendwann wird er sich selbst [...]
Jede Aktion die diesen Verrückten stoppt ist großartig und sei es nur eine Nachwahl. Auf Dauer wird es sowieso keinen Bestand haben, da Narzissten keine wirklichen Freunde neben sich dulden und irgendwann wird er sich selbst feuern. Ich hoffe allerdings schon recht zeitnah!
Actionscript 14.03.2018
3. Die Wahl ist noch zu knapp,
um definitiv Sieg für den jungen Demokraten Lamb zu verkünden. Doch entscheidend ist, dass Trump hier einen 20% Vorsprung in der Wählerschaft hatte und jetzt vermutlich verloren hat. Der Kandidat hat kein Geld von Korporationen [...]
um definitiv Sieg für den jungen Demokraten Lamb zu verkünden. Doch entscheidend ist, dass Trump hier einen 20% Vorsprung in der Wählerschaft hatte und jetzt vermutlich verloren hat. Der Kandidat hat kein Geld von Korporationen sondern nur kleine Spenden von der Wählerschaft angenommen. Er ist also nur seiner Wählerschaft verpflichtet. Ich hoffe, dass er wirklich gewinnt.
ricson 14.03.2018
4.
Das Ganze ist jetzt schon eine Katastrophe für Trump. Trumps Problem ist, dass er nicht zur Selbstkritik fähig ist. Das wird ihn noch den Kopf kosten. Er hat nicht akzeptiert das Clinton mehr Stimmen hatte. Hätte er das [...]
Das Ganze ist jetzt schon eine Katastrophe für Trump. Trumps Problem ist, dass er nicht zur Selbstkritik fähig ist. Das wird ihn noch den Kopf kosten. Er hat nicht akzeptiert das Clinton mehr Stimmen hatte. Hätte er das erkannt, hätte er wohl eher seine Energie darauf verwendet die Leute die ihn nicht gewählt haben von sich zu überzeugen, anstatt permanent gegen sie zu hetzen. Merkel hat zu Leuten die gegen sie sind mal gesagt: " Ich bin auch Ihre Kanzlerin". Ein sehr kluger Satz. Wenn Trump so weiter macht, können die Demokraten bei der nächsten Präsidentenwahl einen Besenstil aufstellen. Sie würden haushoch gewinnen.
stadtmusikant123 14.03.2018
5. Swing state
Selbst wenn der Sitz an die Demokraten geht ist das für Trump zwar ärgerlich aber kein Beinbruch. Da Pennsylvania ein traditioneller Swing-Staat ist, ist das megaknappe Ergebnis immer noch alles andere als eine Ablehnung der [...]
Selbst wenn der Sitz an die Demokraten geht ist das für Trump zwar ärgerlich aber kein Beinbruch. Da Pennsylvania ein traditioneller Swing-Staat ist, ist das megaknappe Ergebnis immer noch alles andere als eine Ablehnung der Politik von Trump und / oder den Republikanern. Eher sogar das Gegenteil von Ablehnung.

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