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Politik

Ukrainekrise

Putin fährt als erster über die Krim-Brücke

Er setzte sich selbst an das Steuer eines Lastwagens: Russlands Staatschef Putin hat die umstrittene Brücke zur annektierten Halbinsel Krim eingeweiht.

Foto: AP
Dienstag, 15.05.2018   17:35 Uhr

Das russische Staatsfernsehen übertrug live: Präsident Wladimir Putin hat die Brücke zwischen dem Festland und der annektierten Halbinsel Krim für den Autoverkehr freigegeben.

Putin setzte sich selbst ans Steuer eines orangenen Lastwagens und fuhr die 19 Kilometer lange Strecke ab. Putin folgten zahlreiche Lastwagen in einer Kolonne.

Die umstrittene Brücke über die Meerenge von Kertsch verbindet das russische Kernland mit dem beliebten Urlaubsziel Krim, denn Russland hat keinen direkten Landweg dorthin.

Putin bedankte sich vor der Fahrt bei den Ingenieuren und Bauarbeitern für ihren Einsatz. "Das hier ist der erste Teil, aber wahrscheinlich auch das wichtigste", sagte er auf der Brücke.

Moskau hatte sich die Krim nach einem umstrittenen Referendum im März 2014 einverleibt. Die Regierung in Kiew und der Westen sprechen von einer völkerrechtswidrigen Annexion und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Die EU und die USA verhängten wegen der Annexion Sanktionen gegen Moskau.

Ab Mittwochmorgen sollen Autofahrer die Straße nutzen können, die Zugstrecke soll kommendes Jahr freigegeben werden.

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Umstrittene Krim-Brücke eröffnet: Putins Premierenfahrt

Die ukrainische Regierung verurteilte die Brücke als Verstoß gegen das Völkerrecht. "Die russischen Besatzer (...) treten weiter das Völkerrecht mit Füßen", sagte der ukrainische Ministerpräsident Wolodimir Groisman der Nachrichtenagentur AFP. Russland werde dafür "einen sehr hohen Preis bezahlen" müssen.

als/dpa/AFP

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