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Politik

Treffen in Ankara

Putin und Erdogan kritisieren US-Entscheidung zu Jerusalem

Der türkische Präsident Erdogan hat die USA dafür kritisiert, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Wladimir Putin wirft dem US-Präsidenten vor, den Friedensprozess im Nahen Osten zu durchkreuzen.

AFP PHOTO / TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE

Putin und Erdogan bei ihrem Treffen in Ankara

Dienstag, 12.12.2017   09:22 Uhr

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan sind sich einig: Die Entscheidung von Donald Trump, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen, destabilisiere die Situation im Nahen Osten.

Nach einem Treffen mit dem russischen Regierungschef kritisierte der türkische Staatspräsident Israel erneut. Das Land nutze die Krise um die Anerkennung als Gelegenheit, um den Druck auf die Palästinenser zu erhöhen. Niemand könne diese "Morde" ignorieren, sagte er mit Blick auf das Vorgehen Israels. Am Sonntag hatte Erdogan das Land als "Terrorstaat" bezeichnet.

Putin sagte zu der Jerusalem-Krise, die Entscheidung der USA durchkreuze den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern.

Der Kreml-Chef äußerte sich bei dem Treffen in Ankara auch zum Syrienkonflikt: Russland wolle Anfang kommenden Jahres einen "Kongress der Völker Syriens" organisieren. "Es ist geplant, dass die Teilnehmer (der Konferenz) für Syrien wichtige Fragen behandeln wie die Grundlagen des künftigen Staatsgefüges, eine Verfassung und Wahlen unter der Uno-Aufsicht", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Ein genaues Datum nannte Putin zunächst nicht. Über die Details solle in der nächsten Runde der Syrien-Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana am 21. und 22. Dezember beraten werden. Vertreter der Opposition hatten das neue, von Moskau vorgeschlagene Format kritisiert. Russland, Iran und die Türkei vermitteln in Astana Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und Vertretern der Opposition.

Putin hat am Montag überraschend die russische Luftwaffenbasis Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia besucht. Anschließend reiste er nach Kairo, bevor er zum Abschluss seiner Reise in Ankara auf Erdogan traf.

cop/dpa

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