Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Ukrainekrise

USA verurteilen Bau und Eröffnung der Krim-Brücke

Wladimir Putin sieht in der neuen Brücke zwischen Russland und der Krim ein Symbol von "Einheit und Freiheit". Die USA kritisieren den Monumentalbau und bekräftigen ihre Position: "Die Krim ist Teil der Ukraine."

AP

Krim-Brücke

Mittwoch, 16.05.2018   03:23 Uhr

Das amerikanische Außenministerium hat den Bau und die Teileröffnung einer Brücke zwischen Russland und der Halbinsel Krim verurteilt. Der Brückenbau sei ohne die Zustimmung der Regierung der Ukraine erfolgt, heißt es in einer Mitteilung. "Die Krim ist Teil der Ukraine."

Der Brückenbau zeige nicht nur, dass Russland versuche, die ungesetzliche Vereinnahmung der Halbinsel zu untermauern; er bereite der Ukraine zudem Probleme, weil die Größe der Schiffe, die darunter die Meerenge Straße von Kertsch passieren können, limitiert sei. "Wir erneuern hiermit unseren Standpunkt, uns der Souveränität der Ukraine verpflichtet zu fühlen", heißt es in dem Statement.

Russland hatte die Halbinsel im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum ins eigene Staatsgebiet aufgenommen. Der Westen verurteilt das Vorgehen als völkerrechtswidrig, die Ukraine sieht die Region noch immer als Teil ihres Staatsgebietes an.

Fotostrecke

Umstrittene Krim-Brücke eröffnet: Putins Premierenfahrt

Auch das Außenministerium in Kiew protestierte nun gegen die Eröffnung der Brücke. Die Europäische Union verurteilte den Bau als Verletzung der ukrainischen Souveränität. "Die Konstruktion der Brücke zielt darauf ab, die illegal annektierte Halbinsel weiter zwangsweise mit Russland zu verschmelzen", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht die neue Brücke hingegen als ein Symbol von "Einheit und Freiheit" Russlands. Mit 19 Kilometern ist das Bauwerk die längste Brücke Russlands und Europas. Putin setzte sich am Dienstag selbst ans Steuer eines Lastwagens, um die Brücke an der Spitze einer Lkw-Kolonne zu eröffnen.

Video: Putin fährt als erster über die Krim-Brücke

Foto: AP

Schon vor mehr als hundert Jahren hätten die Menschen von einer Brücke auf die Krim geträumt, sagte Putin. "Dank Ihrer Arbeit ist das Wunder nun vollbracht!" Sanktionen und Blockaden des Westens hätten den Bau nicht aufhalten können, sagte der Staatschef vor zahlreichen Ingenieuren und Bauarbeitern.

Der Monumentalbau wurde kurz nach der Annexion der Krim auf Putins persönliche Initiative hin geplant. 2016 wurde mit dem Bau begonnen. Ab Mittwoch ist die Brücke für den Autoverkehr freigegeben, Ende 2019 soll auch der Zugverkehr folgen.

aar/dpa

insgesamt 61 Beiträge
nofreemen 16.05.2018
1. schade für die Arbeit
West Experten hatten doch vorausgesagt Russland sei nicht in der Lage eine solche Brücke zu bauen zumal der Meeresboden es auch nicht zu lassen würde. Nun, Putin hat andere Experten gefunden die der anderen Lügen bestrafen. [...]
West Experten hatten doch vorausgesagt Russland sei nicht in der Lage eine solche Brücke zu bauen zumal der Meeresboden es auch nicht zu lassen würde. Nun, Putin hat andere Experten gefunden die der anderen Lügen bestrafen. Egal, wichtig a?leine ist, dass von der Ukraine keine Baubewilligung für dieses Bauwerk vor lag. Damit ist die Brücke illegal und muss wieder abgerissen werden. Zumal die Brücke ohnehin zu niedrig gebaut wurde und damit zusätzlich ukrainisches Baurecht verletzt. Bei diesem Baupfusch ist damit nicht einmal an eine Entschädigung zu denken. Alleine schon der Abriss und das fachgerechte Entsorgen des Bauschutts würden Unsummen aufrechnen. Schnell schnell bauen, dann kommt es zu so was. Typisch russisch. Lasst die Ukrainer ran, die haben westliche Experten.
KingTut 16.05.2018
2. Natürlich ...
... gehört die Krim völkerrechtlich zur Ukraine. Das hat auch Russland im Budapester Memorandum - als Gegenleistung für den Verzicht der Ukraine auf Atomwaffen - garantiert. Man vergaß dieses Versprechen allerdings, nachdem [...]
... gehört die Krim völkerrechtlich zur Ukraine. Das hat auch Russland im Budapester Memorandum - als Gegenleistung für den Verzicht der Ukraine auf Atomwaffen - garantiert. Man vergaß dieses Versprechen allerdings, nachdem der russlandfreundliche Präsident Janukowitsch gestürut und durch eine prowestliche Regierung ersetzt wurde. Dass sich die USA in dieser Frage engagieren, lässt nach dem Zerwürfnis um die Iran-Sanktionen hoffen, dass sie Europa nicht den Rücken zukehren. Sie werden als Schutzmacht nach wie vor gebraucht. Am Beispiel Ukraine sieht man was passiert, wenn ein solcher Schutz nicht besteht. Nur kann man Russland von weiteren Abenteuern abhalten. Besonders die baltischen Länder können ein Lied davon singen.
Europa! 16.05.2018
3. Europa wächst zusammen
Wer den Bau von Brücken verurteilt, hat offensichtlich nicht begriffen, worauf es im Zusammenleben der Menschen ankommt. Europa wächst unaufhörlich zusammen, daran wird das Gezeter aus Kiew nichts ändern.
Wer den Bau von Brücken verurteilt, hat offensichtlich nicht begriffen, worauf es im Zusammenleben der Menschen ankommt. Europa wächst unaufhörlich zusammen, daran wird das Gezeter aus Kiew nichts ändern.
Stasik 16.05.2018
4. Symbolischer Brückenbau
Natürlich ist die Brücke ein Prestigeobjekt des russischen Präsidenten: technisch beeindruckend, vor der festgesetzten Baufrist fertiggestellt, die längste Brücke EUROPAS. Aller Anerkennung wert! Gleichsam auch ein Symbol [...]
Natürlich ist die Brücke ein Prestigeobjekt des russischen Präsidenten: technisch beeindruckend, vor der festgesetzten Baufrist fertiggestellt, die längste Brücke EUROPAS. Aller Anerkennung wert! Gleichsam auch ein Symbol für die Zugehörigkeit der Krim zu Russland. Diese Tatsache sollte in die köpfe westlicher Pölitiker gehen, einen Weg zurück wird es für Russland nicht geben. Eine Sezession, friedlich und von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gefordert. Eine wie immer geartet e Umkehrung der Verhältnisse käme für jeden Russen einem casus belli gleich
unger-w 16.05.2018
5. Alle Achtung
Ein Bauwerk dieser Dimension in 4 Jahren planen und realisieren, Deutschland erwache !! Hier würde allein die Planungsphase 40 Jahre dauern.
Ein Bauwerk dieser Dimension in 4 Jahren planen und realisieren, Deutschland erwache !! Hier würde allein die Planungsphase 40 Jahre dauern.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP