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Politik

Zustände in Flüchtlingslagern

Anti-Folter-Komitee des Europarats kritisiert Griechenland

Ein Expertenbericht des Anti-Folter-Komitees des Europarats prangert die menschenunwürdigen Zustände in griechischen Flüchtlingslagern an. Die Lager seien verdreckt, Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht.

REUTERS

Flüchtlinge im Lager auf Lesbos, Griechenland

Dienstag, 19.02.2019   08:32 Uhr

Misshandlungen durch Polizisten, verdreckte Unterkünfte und teilweise weniger als ein Quadratmeter Platz pro Person - die Zustände in manchen griechischen Flüchtlingslagern sind alarmierend. Das Anti-Folter-Komitee des Europarats hat Griechenland nun für seinen teils menschenunwürdigen Umgang mit Migranten und Flüchtlingen kritisiert. In einem Expertenbericht heißt es, es fehle an Ärzten und medizinischer Versorgung, Minderjährige würden nicht ausreichend geschützt.

95 Migranten in einem einzigen Raum

Zum Zeitpunkt des Besuchs der Experten in Griechenland seien etwa im Auffanglager Fylakio im Nordosten des Landes bis zu 95 Migranten in einem einzigen Raum untergebracht gewesen. Dabei habe jeder Einzelne nur etwas mehr als einen Quadratmeter Platz gehabt. Unter den dort Festgehaltenen seien auch Kinder und Schwangere gewesen. Die Menschen müssten teils über Wochen oder Monate in dem Lager bleiben. Auch würden in Polizei- oder Grenzschutzstationen immer wieder Menschen unter ungeeigneten Bedingungen für längere Zeit festgehalten, die Umgebung sei teils "verdreckt".

Die Experten riefen die griechischen Behörden auf, jeden Festgehaltenen mit ausreichend Nahrung, einer Matratze, Bettzeug und Körperpflegeprodukten zu versorgen. Außerdem fordern sie, dass Überbelegungen vermieden sowie dass Kinder und Frauen niemals zusammen mit alleinstehenden Männern untergebracht werden. Die unzureichende medizinische Versorgung der Migranten und Flüchtlinge müsse verbessert werden.

Schläge, Tritte, Knüppelhiebe

An verschiedenen Orten hätten Migranten auch glaubhaft von Misshandlungen durch Polizisten berichtet, heißt es in dem Bericht - darunter Schläge, Tritte sowie Faust- und Knüppelhiebe. Zu den Übergriffen kam es demnach unter anderem in Fylakio und im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos. Außerdem schilderten manche Befragte Massenzurückweisungen von Migranten über die türkische Grenze. Solche sogenannten Push-Backs sind in Europa verboten.

Seitdem im März 2016 das EU-Türkei-Abkommen zur Rückführung der Migranten in Kraft trat, ist die Zahl der Flüchtlinge in griechischen Flüchtlingslagern massiv gestiegen: Es leben etwa mehr als 20.000 Menschen in den Lagern der Ostägäis - die dortigen Inseln haben eigentlich aber nur Platz für 6338 Menschen. Immer wieder wurde Griechenland deshalb vom Flüchtlingshilfswerk der Uno kritisiert.

mfh/dpa

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