17.01.2015
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Anti-Islam-Bewegung

Schäuble bezeichnet Pegida als Phänomen der alternden Gesellschaft

Getty Images

Legida-Demonstrant in Leipzig: Zu viel Zeit und Geld?

Wolfgang Schäuble erklärt sich Pegida mit der demografischen Entwicklung Deutschlands: Die Anti-Islam-Bewegung habe auch entstehen können, weil es immer mehr Ältere ohne finanzielle Sorgen gebe, sagte der Finanzminister dem SPIEGEL.

Hamburg - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht eine Ursache für die Pegida-Bewegung in der Alterung der deutschen Gesellschaft. "Eine wachsende Zahl der Älteren ist heute mehr oder weniger frei von materiellen Sorgen, und darum machen sich manche eben andere Sorgen," sagte Schäuble im Gespräch mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Immer, wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, wie es ist."

Neu erscheine ihm, dass "solche Gruppen viel härter für ihre Interessen kämpfen und sich manchmal dabei auch nicht um demokratische Mehrheitsentscheidungen oder Gerichtsurteile scheren", so Schäuble.

In zahlreichen deutschen Städten protestieren derzeit regelmäßig Anhänger der Bewegung Pegida und ihrer lokalen Ableger gegen eine von ihnen empfundene "Islamisierung des Abendlandes". Die Gruppierung Pegida hat in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden ihren Ursprung und kann vor allem dort immer wieder Tausende Demonstranten mobilisieren.

Foto: AFP
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nik, rei

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 274 Beiträge
1. Recht hat er
sucramotto 17.01.2015
Schäuble hat vollkommen Recht. Den Menschen geht es einfach zu gut. Gleiches trifft übrigens auch auf die Gegner von TTIP zu.
Schäuble hat vollkommen Recht. Den Menschen geht es einfach zu gut. Gleiches trifft übrigens auch auf die Gegner von TTIP zu.
2. Da hat er recht
Untertainer 17.01.2015
Ist mir auch schon aufgefallen. Gerade in den Wohlstandsländern sind die Menschen gegenüber der Politik kritischer als in ärmeren Ländern. Schäuble ist also gut beraten, endlich unseren Lebensstandard zu senken. Dann hört [...]
Ist mir auch schon aufgefallen. Gerade in den Wohlstandsländern sind die Menschen gegenüber der Politik kritischer als in ärmeren Ländern. Schäuble ist also gut beraten, endlich unseren Lebensstandard zu senken. Dann hört auch das Genörgel ganz von alleine auf.
3. hier spricht die schwarze Null
dr.schmockbach 17.01.2015
Zuerst sagte Herr Schäuble : " Die Nöte und Ängste der Menschen bei PEGIDA soll man ernst nehmen " ! ?? Jetzt, nach der neueren Umfrage, hat er eine andere Einschätzung; an Zynismus wohl kaum zu übertreffen. Wie [...]
Zuerst sagte Herr Schäuble : " Die Nöte und Ängste der Menschen bei PEGIDA soll man ernst nehmen " ! ?? Jetzt, nach der neueren Umfrage, hat er eine andere Einschätzung; an Zynismus wohl kaum zu übertreffen. Wie alt ist eigentlich Herr Schäuble ?
4. Woher nimmt Herr Schäuble diese Einstellung?
newlook 17.01.2015
Wenn man sieht wo die großen Demos stattfinden, glaube ich nicht, dass die wohlhabenden Rentner aus den neuen Bundesländer kommen. Viele der älteren Bevölkerung hat Verständnis für Einwanderer. Wenn man die Bilder der Demos [...]
Wenn man sieht wo die großen Demos stattfinden, glaube ich nicht, dass die wohlhabenden Rentner aus den neuen Bundesländer kommen. Viele der älteren Bevölkerung hat Verständnis für Einwanderer. Wenn man die Bilder der Demos genauer ansieht, erkenne ich dort nicht die Älteren. Versucht Herr Schäuble eine Entschuldigung für die verfehlte Politik seiner Partei!
5.
smersh 17.01.2015
---Zitat von Artikel--- Immer, wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, [...]
---Zitat von Artikel--- Immer, wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, wie es ist." ---Zitatende--- Und immer, wenn es den Menschen schlecht geht, dann wollen sie, dass sich die Dinge bessern. Und dann sind sie leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles würde von nun an besser - siehe das Ende der Weimarer Republik. Ich weiß nicht, dass scheint mir zu einfach.
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