Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Finanzministerium

Paket mit Sprengstoff stammte aus Griechenland

Das Paket mit Sprengstoff, das im Bundesfinanzministerium eingegangen ist, stammte offenbar aus Griechenland. Als vermeintlicher Absender ist ein bekannter griechischer Politiker angegeben. Der SPIEGEL hat mit ihm gesprochen.

DPA

Bundesfinanzministerium

Mittwoch, 15.03.2017   22:28 Uhr

Das Paket mit Sprengstoff, das am Mittwoch im Bundesfinanzministerium eingegangen ist, stammt offenbar aus Griechenland. Auf dem Newsportal "Iefimerida" kursiert ein Foto, auf dem die Adresse des Absenders erkennbar ist. Dabei handelt es sich um Adonis Georgiadis, den stellvertretenden Vorsitzenden der Oppositionspartei Nea Dimokratia.

Adonis Georgiadis habe das Paket natürlich nicht selbst abgeschickt, die Polizei habe ihn persönlich über den Vorfall informiert, sagte er gegenüber dem SPIEGEL. Warum die wahren Absender Georgiadis' Namen angegeben haben? "Ich werde von manchen Leuten in Griechenland als vermeintlicher Vertreter Wolfgang Schäubles angegriffen", sagte Georgiadis. Der Politiker ist als überzeugter Verfechter der von den europäischen Geldgebern verlangten Reformen bekannt.

"Es ist leider kein Scherz", schrieb er bei Twitter. "Ich werde ständig von Terroristen angegriffen."

Das Paket mit dem Sprengstoff wurde nach Polizeiangaben aus der Region Attica abgeschickt. Die griechischen Anti-Terror-Behörden haben Ermittlungen aufgenommen.

Sprengstoff hatte einen scharfen Zünder

Am späten Vormittag war das Paket in der Poststelle aufgefallen. Es habe ein so genanntes Blitzknallgemisch enthalten, das häufig zur Herstellung von Pyrotechnik verwendet werde. Beim Öffnen hätte das Paket "erhebliche Verletzungen" verursachen können, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Der Sprengstoff hatte einen scharfen Zünder. Dieser wurde von Spezialisten noch in der Poststelle entschärft.

Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Mitarbeiter mussten die Poststelle und umliegende Räume verlassen. Verletzt wurde niemand. Das Berliner Landeskriminalamt ermittelt.

mja

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP