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Politik

Bewegung Pulse of Europe

Tausende demonstrieren für Europa

Für ein vereintes, demokratisches Europa, gegen EU-feindliche Populisten: In Dutzenden Städten in Deutschland und Europa sind Tausende Demonstranten für Europa auf die Straße gegangen.

DPA
Sonntag, 19.03.2017   21:25 Uhr

Mehrere tausend Menschen in ganz Deutschland und mehreren europäischen Städten sind für ein geeintes Europa auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Organisatoren der Bürgerbewegung Pulse of Europe nahmen zeitgleich in rund 50 europäischen Städten mindestens 20.000 Menschen an den Pro-Europa-Demonstrationen teil.

Die Initiatoren von Pulse of Europe wollen nach eigenen Angaben dazu beitragen, dass es auch nach den bevorstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland ein vereintes, demokratisches Europa gibt. "An der rasanten Radikalisierung des politischen Lebens wirkt vieles bedrohlich. Nach Brexitvotum und Trump können wir aber nicht in Schockstarre verharren", schreiben die Initiatoren auf ihrer Website.

Die Bewegung will sich bis zur Stichwahl in Frankreich am 7. Mai jeden Sonntag treffen.

Allein in Deutschland waren in 46 Städten Kundgebungen angemeldet worden. In Frankfurt am Main, wo die Bewegung Ende 2016 gegründet wurde, versammelten sich rund 3000 Menschen mit Luftballons und Europafahnen. In Berlin zählte die Polizei bei Wind und Regen rund 2000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von mindestens 4000. In Köln gingen rund 2500 Menschen auf die Straße.

Auch in vielen anderen Städten wie Dresden, Leipzig, Hamburg, Wiesbaden, Ulm, Tübingen, Koblenz, Düsseldorf, Potsdam oder Nürnberg demonstrierten trotz häufig schlechten Wetters viele hundert Menschen.

Die Veranstalter in Berlin bekräftigten die Überparteilichkeit der Bewegung. Unter dem Jubel der Anwesenden begrüßten mehrere Redner das Ergebnis der Wahl in den Niederlanden in der vergangenen Woche. Der Rechtspopulist Geert Wilders wurde mit 20 Mandaten zweitstärkste Kraft, blieb aber deutlich hinter den eigenen Zielen zurück.

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Demos für Europa: Blaues Sternenbanner bei Regenwetter

"Wir wollen, dass auch bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April der europafeindliche Populismus scheitert, so wie er vergangene Woche hoffentlich in den Niederlanden gescheitert ist", sagte der Organisator in Potsdam, Volker Gustedt, zum Auftakt der dritten Kundgebung in der Landeshauptsdtadt.

In Koblenz etwa traten die Demonstranten unter dem Motto "restons ensemble" - zusammen bleiben - auf und bildeten mit Schildern eine französische Flagge. In Berlin ließen die Demonstranten auch Luftballons in den Farben Bulgariens in die Luft steigen. Dort wird am 26. März ein neues Parlament gewählt.

sun/dpa/AFP

insgesamt 117 Beiträge
Morrison 19.03.2017
1. Wow! 0,003921%
Chapeau! Zum Ende der europäischen Union mobilisiert diese sage und schreibe 0,003921% Befürworter, die dafür auf die Straße gehen! Begeisterung sieht anders aus!
Chapeau! Zum Ende der europäischen Union mobilisiert diese sage und schreibe 0,003921% Befürworter, die dafür auf die Straße gehen! Begeisterung sieht anders aus!
ichsagwas 19.03.2017
2. 20.000 - wie jämmerlich
20.000 in ganz Europa gehen für die EU auf die Straße. Ein bischen wenig, jämmerlich wenig. Allein bei der europäischen Komission sind mehr als 30.000 Menschen angestellt. Für den Frieden in Europa würde ich auch auf die [...]
20.000 in ganz Europa gehen für die EU auf die Straße. Ein bischen wenig, jämmerlich wenig. Allein bei der europäischen Komission sind mehr als 30.000 Menschen angestellt. Für den Frieden in Europa würde ich auch auf die Straße gehen, aber niemals für die EU. Klar, dass in Frankfurt viele demonstriert haben, dort sitzen ja auch die gut verdienenden EZB-Leute nebst Familienanhang.
josch@sapo.pt 19.03.2017
3. schoen
dass recht viele dem Aufruf gefolgt sind, aber warum redet hierzulande niemand von Frankreich, wo ein gewisser Herr Jean Luc Melenchon über 100.000 Menschen bewegt hat, die ihm zuhören wollen. Er steht für ein neues Europa, [...]
dass recht viele dem Aufruf gefolgt sind, aber warum redet hierzulande niemand von Frankreich, wo ein gewisser Herr Jean Luc Melenchon über 100.000 Menschen bewegt hat, die ihm zuhören wollen. Er steht für ein neues Europa, eine neue Politik für das Volk. Durchaus sehr interessant, was er zu sagen hat. Merkwürdig nur, dass weder ein Spiegel noch sonst ein Mainstream-Blatt oder -Website darüber berichten. Habt Ihr Angst vor wirklichen Veränderungen?
tanriverdi 19.03.2017
4. Die Populisten behaupten nun aber auch ...
... daß sie für Europa sind und daß sie Europa bewahren möchten vor einer übermäßigen Zuwanderung von Menschen aus dem Orient und aus Afrika.
... daß sie für Europa sind und daß sie Europa bewahren möchten vor einer übermäßigen Zuwanderung von Menschen aus dem Orient und aus Afrika.
MatthiasSchweiz 19.03.2017
5.
Für ein demokratisches Europa zu demonstrieren finde ich gut, aber damit die EU demokratisch wird, braucht es Reformen. Reformen, die von Schulz vor seinem Amtsantritt damals angekündigt worden sind, nur ist daraus nichts [...]
Für ein demokratisches Europa zu demonstrieren finde ich gut, aber damit die EU demokratisch wird, braucht es Reformen. Reformen, die von Schulz vor seinem Amtsantritt damals angekündigt worden sind, nur ist daraus nichts geworden. Im Gegenteil, nach einigen demokratischen Volksentscheiden, die den EU-Oberen nicht gepasst haben (Brexit, Entscheid in den Niederlanden über das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine), haben die lauthals nach Demokratieabbau posaunt. Wenn es weiterhin ein geeintes Europa geben soll, braucht es dazu mehr Demokratie. Und es geht auch nicht mehr, dass eine Merkel und ein Schäuble ihren Willen Resteuropa aufzwingen.
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