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Politik

Test eines Raketenantriebs

Trump verurteilt Nordkoreas Machthaber Kim

"Sehr, sehr böse" habe sich Kim Jong Un verhalten: US-Präsident Trump hat Nordkoreas Machthaber verurteilt. Das isolierte Land hatte zuvor angegeben, einen Raketenantrieb getestet zu haben.

AFP

Kim Jong Un (r.) überwacht laut nordkoreanischen Staatsmedien den Test eines neuen neuen Raketenantriebs

Sonntag, 19.03.2017   23:08 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber nach einem mutmaßlichen neuerlichen Raketentest scharf kritisiert. Kim Jong Un handele "sehr, sehr böse", sagte Trump am Sonntag.

Die nordkoreanischen Staatsmedien hatten zuvor berichtet, das Land habe einen neuen Raketenantrieb getestet. Laut der Nachrichtenagentur KCNA trieb Pjöngjang damit die Entwicklung einer Trägerrakete zur Stationierung von Satelliten im Weltall voran, verfolge also wissenschaftliche Zwecke.

Trägerraketen können jedoch auch militärisch eingesetzt werden. Nordkorea hat in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Atom- und Raketentests absolviert. Beobachter glauben, dass das Land eine Atomrakete bauen will, die die USA erreichen kann. Kim hatte im Januar erklärt, der Test einer Interkontinentalrakete stehe kurz bevor.

Der Test in Nordkorea fiel mit einem Besuch des US-Außenministers Rex Tillerson in China zusammen. Trump warf Peking kurz vor der Ankunft Tillersons vor, China habe Angesichts der Spielchen, die Nordkorea mit den USA treibe, "wenig unternommen, um zu helfen".

Treffen zwischen Xi und Trump geplant

Tillerson selbst gab sich in Chinas Hauptstadt gemäßigter. Man wolle gemeinsam nach Lösungen suchen, um die Bedrohung durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm auszuschalten, versicherte er am Samstag an der Seite von Chinas Außenminister Wang Yi. Und auch der betonte, die Gespräche seien "ehrlich und konstruktiv" verlaufen.

Beide Seiten teilten "die Ansicht, dass die Lage ein gefährliches Niveau erreicht hat", so Tillerson. Der chinesische Außenminister sagte, beide Seiten hofften auf eine Wiederbelebung der Gespräche.

Zwar teilt Peking die Besorgnis Washingtons bezüglich der atomaren Aufrüstung Pjöngjangs, scheint aber den angespannten Status quo drastischen Maßnahmen vorzuziehen. Die chinesische Regierung ist zudem verstimmt, da die US-Armee kürzlich mit der Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen hat.

Am Sonntag kam Tillerson zu einem kurzen Gespräch mit Chinas Staatschef Xi Jinping zusammen. Xi sagte, er sei "zuversichtlich, dass sich das bilaterale Verhältnis in die richtige Richtung entwickeln" werde. Laut dem US-Außenministerium plane Trump schon "bald" ein persönliches Treffen mit Xi.

sun/Reuters/AFP/dpa

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