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Politik

Sechs Monate vor der Wahl

AfD-Spitze kann sich nicht auf Kandidaten einigen

Wer führt die AfD in die Bundestagswahl? Das ist sechs Monate vor der Bundestagswahl weiter unklar. Eine Bewerbungsfrist ist nun ohne passendes Kandidaten-Duo verstrichen.

DPA

Alexander Gauland und Frauke Petry

Montag, 20.03.2017   19:31 Uhr

Die Aufstellung der AfD für die Bundestagswahl entscheidet sich erst auf dem Parteitag im April in Köln. Ein Versuch, das Spitzenteam mittels einer Mitgliederbefragung schon vorher zu ermitteln, ist gescheitert. Bis zum Ablauf der Anmeldungsfrist Sonntag Mitternacht seien keine "beschlussgemäßen Bewerbungen" eingegangen, teilte AfD-Sprecher Christian Lüth mit.

Damit entfalle auch die geplante Umfrage unter den AfD-Mitgliedern, welchem Team sie den Vorzug geben wollten. Bis Sonntag sollten sich Teams mit mindestens zwei Mitgliedern als Wahlkampfspitze bewerben.

Keine Einigung zwischen Petry und Gauland

Parteivize Alexander Gauland hatte am Sonntagabend mitgeteilt, Gespräche zwischen ihm und der Bundesvorsitzenden Frauke Petry über dieses Thema hätten keine Einigung ergeben. Da er in keinem Fall gegen Petry antreten wolle, werde er bei der Umfrage zum "Spitzenteam" außen vor bleiben, sagte Gauland.

Petry wird nachgesagt, als alleinige oder zumindest herausragende Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen zu wollen. Ihre Gegner fürchten jedoch einen Machtzuwachs der Parteichefin auf ihre Kosten.

Im AfD-internen Machtkampf waren Gegner von Petry vor einer Woche vorgeprescht und hatten den Brandenburger AfD-Landes- und Fraktionschef Gauland neben Petry als Mitglieder des Spitzenteams nominiert.

Analyse zum Thema

Petry hatte umgehend erklärt, sie habe noch nicht mitgeteilt, ob sie überhaupt für eine Spitzenkandidatur oder für ein Spitzenteam zur Verfügung stehe. Der Parteikonvent hatte zuvor entschieden, dass sich an der Umfrage nur Teams und keine Einzelpersonen beteiligen dürfen.

In der jüngsten Kontroverse um Aussagen des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke hatte sich Petry klar von Höcke distanziert. Sie steht in Teilen der Partei in der Kritik, weil sie den Ausschlussantrag im Bundesvorstand unterstützt hat. Gauland hatte dem Rechtsaußen aus Thüringen dagegen Rückendeckung gegeben.

sep/sev/Reuters/dpa

insgesamt 31 Beiträge
fortelkas 20.03.2017
1. Mit klammheimlichem Vergnügen
.....sehe ich, wie sich die Parteispitze selbst politisch zerlegt. Vielleicht muss man sie im heraufziehenden Bundestagswahlkampf gar nicht groß bekämpfen, vielleicht kann man sie einfach rechts liegen lassen. Erwin Fortelka
.....sehe ich, wie sich die Parteispitze selbst politisch zerlegt. Vielleicht muss man sie im heraufziehenden Bundestagswahlkampf gar nicht groß bekämpfen, vielleicht kann man sie einfach rechts liegen lassen. Erwin Fortelka
skeptikerjörg 20.03.2017
2. Einfach abwarten
Diese sogenannte Partei ist halt eine Sammlung egozentrischer Nationalisten. Und in den verbleibenden 5 Monaten bis zur Bundestagswahl werden sie sich weitgehend selbst zerlegt haben, wie schon Republikaner oder SchillPartei vor [...]
Diese sogenannte Partei ist halt eine Sammlung egozentrischer Nationalisten. Und in den verbleibenden 5 Monaten bis zur Bundestagswahl werden sie sich weitgehend selbst zerlegt haben, wie schon Republikaner oder SchillPartei vor ihnen. Und wenn sie, was wahrscheinlich ist, weder im Saarland und in Schleswig Holstein in den Landtag kommen, wird das Gehacke noch größer werden. Alle, die vor einem halben Jahr noch mit einem Mandat gerechnet hatten, werden das große Fracksausen bekommen und die Grabenkämpfe noch beschleunigen. Nicht überall ist MeckPomm - zum Glück. Also in Ruhe abwarten und keine Talkshows mehr, dann geht's von selbst bergab.
Frau_Rauscher 20.03.2017
3. Egal
Egal mit wem die AFD in den Wahlkampf zieht, schlimmer als Schulz oder Merkel geht nimmer! Selbst wenn die AFD aktuell Räuber Hotzenplotz nominieren würde, hätte ich ein besseres Gefühl als mit Schulz und Merkel, welche beide [...]
Egal mit wem die AFD in den Wahlkampf zieht, schlimmer als Schulz oder Merkel geht nimmer! Selbst wenn die AFD aktuell Räuber Hotzenplotz nominieren würde, hätte ich ein besseres Gefühl als mit Schulz und Merkel, welche beide in ihren Ämtern nichts positives vorzuweisen hatten/haben.
derBob 20.03.2017
4. Nun ja,
eine Partei, die zu einem Sammelbecken für Besserwisser und Rechthaber geworden ist, die den Kompromiss als politische Schwäche diffamieren, kann sich nicht einigen? Was für eine Überraschung! Schon beim Küren der Kandidaten [...]
eine Partei, die zu einem Sammelbecken für Besserwisser und Rechthaber geworden ist, die den Kompromiss als politische Schwäche diffamieren, kann sich nicht einigen? Was für eine Überraschung! Schon beim Küren der Kandidaten stößt das eindimensionale Weltbild dieser Gruppe massiv an ihre Grenzen. Wie sagte der amerikanische Philosoph Tronald Dump? "Wer hätte gedacht, dass das so kompliziert ist"
neu_im_forum 20.03.2017
5. Oh Gott!
nichts positives in dem Land wo Sie leben? Kommen Sie aus Nordkorea? Sie sehnen sich nach der AfD? Einer Partei die selbst die innerparteiliche Demokratie (siehe Sachsen, Berlin, NRW...) mit Füßen tritt? No comment!
Zitat von Frau_RauscherEgal mit wem die AFD in den Wahlkampf zieht, schlimmer als Schulz oder Merkel geht nimmer! Selbst wenn die AFD aktuell Räuber Hotzenplotz nominieren würde, hätte ich ein besseres Gefühl als mit Schulz und Merkel, welche beide in ihren Ämtern nichts positives vorzuweisen hatten/haben.
nichts positives in dem Land wo Sie leben? Kommen Sie aus Nordkorea? Sie sehnen sich nach der AfD? Einer Partei die selbst die innerparteiliche Demokratie (siehe Sachsen, Berlin, NRW...) mit Füßen tritt? No comment!
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