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Politik

Reaktionen in der AfD

Meuthen überrascht von Petrys Rückzug

Der Verzicht von AfD-Chefin Frauke Petry auf die Spitzenkandidatur hat geteilte Reaktionen in der Partei ausgelöst. Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen will von dem Schritt nichts gewusst haben.

REUTERS

AfD-Chefs Frauke Petry und Jörg Meuthen

Mittwoch, 19.04.2017   18:22 Uhr

Seit Monaten herrschte in der AfD ein Machtkampf um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. Nun zog die AfD-Chefin Frauke Petry Konsequenzen: Sie will nicht Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Bundestagswahl werden.

Co-Parteichef Jörg Meuthen sagte, er sei von Petrys Verzicht überrascht worden. Er habe weder von einer Videobotschaft noch von ihren Plänen gewusst. Als er am Nachmittag in Stuttgart ins Flugzeug Richtung Hamburg gestiegen sei, sei er davon ausgegangen, dass Petry beim Parteitag in Köln am Wochenende um die Spitzenkandidatur kämpfen oder zumindest in einem Spitzenteam mitmachen wolle. Als er dann gelandet sei, sei er von Petry Entscheidung "etwas überrollt" worden.

Meuthen, der selbst nicht Spitzenkandidat werden will, räumte ein, dass mit dem Rückzug Petrys ein Streitthema des Parteitags potenziell abgeräumt sei. Er hätte es begrüßt, wenn Petry mit AfD-Vize Alexander Gauland in einem Team gearbeitet hätte.

Großes Bedauern äußerte Meuthen nicht angesichts von Petrys Rückzug. "Wir werden keine Mühe haben, ein Spitzenkandidatenteam aufzustellen." Er gehe auch nicht davon aus, dass die Partei nun nach rechts rücke.

Vorstandsmitglied Dirk Driesang, der als Petry-Unterstützer gilt, lobte sie für ihren Verzicht. Er sagte: "Sie nimmt sich erst einmal als Person zurück, damit die Partei diese wichtige inhaltliche Debatte jetzt führen kann." Als Anfang vom Ende Petrys als Gesicht der AfD sei der Schritt nicht zu verstehen: "Sie bleibt ja Parteivorsitzende."

André Poggenburg, Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, sagte: "Ich finde es schade, weil ich Frauke Petry als wichtige Figur in einem Spitzenteam gesehen hätte." Ob Petry nun noch Chefin einer künftigen Bundestagsfraktion der AfD werden könne, "diese Frage ist noch völlig offen", sagte Poggenburg. Er wird dem rechten AfD-Flügel zugerechnet und steht dem umstrittenen Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke nahe, einem entschiedenen Gegner von Petry.

mho/cte/dpa

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