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Politik

Ex-Grüne

Twesten soll "unmoralisches Angebot" der CDU erhalten haben

Elke Twesten bestreitet, dass sie mit Versprechen der CDU von den Grünen abgeworben wurde. Doch einem Bericht zufolge hat sie Kollegen etwas anderes erzählt.

DPA

Ex-Grüne Elke Twesten

Sonntag, 06.08.2017   19:31 Uhr

Sie habe sich nicht "kaufen" lassen und sei auch nicht Teil einer "Intrige": Die niedersächsische Abgeordnete Elke Twesten weist den Verdacht zurück, sie habe sich mit Lockangeboten zum Wechsel von den Grünen zur CDU bewegen lassen.

In der "Nordwest Zeitung" berichten nun aber zwei Personen von Gesprächen, in denen Twesten wörtlich gesagt habe, ein "unmoralisches Angebot der CDU" erhalten zu haben. Sowohl der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Landtag, Helge Limburg, als auch der frühere Landtagspräsident Rolf Wernstedt bestätigen den Wortlaut in der "NWZ".

"Sie war tief enttäuscht über ihre Lage", sagte Wernstedt. Er habe laut "NWZ" noch am Mittwoch versucht, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu informieren, dieser habe aber erst am Donnerstagvormittag von dem Gespräch erfahren.

In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk hatte Twesten, die für ihr Vorgehen von Weil und ihrer Ex-Partei stark kritisiert wurde, am Samstag gesagt: "Vonseiten der CDU gab es keine Versprechungen oder - wenn man jetzt einen Blick in die soziale Netzwelt legt - sogar Ablösesummen, von denen da groteskerweise die Rede ist." Es habe in den vergangenen zwei Wochen konkrete Gespräche mit dem niedersächsischen CDU-Fraktionschef Björn Thümler und dem CDU-Landesvorstand gegeben. Die Initiative sei von beiden Seiten ausgegangen. "Wir haben uns aufeinander zubewegt."

Am Sonntag hatte sich Twesten zudem mit einem "Statement an die Landespressekonferenz" direkt an ihre Kritiker gewandt und den Vorwurf erneut zurückgewiesen: Es seien "haltlose Unterstellungen", da sie bei der kommenden Wahl nicht für die CDU in den Landtag einziehen könne. Mit Kritik habe sie gerechnet, aber was sie nun von Grünen-Parteifreunden erlebe, sei "zum Teil niederträchtig, zutiefst beleidigend und menschlich unanständig". Die wahren Gründe für ihren Wechsel seien rein inhaltlicher Natur.

Auch der niedersächsische CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hatte den Verdacht eines Lockangebots bestritten: "Jegliche Legendenbildung, wir hätten die Abgeordnete Twesten zum Übertritt bewegt, sind definitiv falsch und verleumderisch", sagte er der "Welt am Sonntag". "Es gibt keinerlei Versprechungen."

Twesten, die in ihrem Wahlkreis in Rotenburg nicht wieder für die Landtagswahl nominiert worden war, hatte am Freitag ihren Austritt aus der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag verkündet und erklärt, sie sehe ihre Zukunft in der CDU. Damit löste sie eine Regierungskrise aus. Da Rot-Grün nun keine Mehrheit mehr besitzt, prüft die Landesregierung , ob bereits am 24. September vorgezogene Neuwahlen stattfinden können.

eth

insgesamt 143 Beiträge
bigroyaleddi 06.08.2017
1. Und nun wird als schwarze Gegenstrategie auf Weil gefeuert.
Ich würde mach ja sehr freuen, wenn seitens der schwarz/gelben bei der ganzen Mobilitätsdiskussion mal was neues käme. Ich weiss nicht, ob T. da irgendwas angeboten erhielt. Aber den Gegenangriff seitens der union ist [...]
Ich würde mach ja sehr freuen, wenn seitens der schwarz/gelben bei der ganzen Mobilitätsdiskussion mal was neues käme. Ich weiss nicht, ob T. da irgendwas angeboten erhielt. Aber den Gegenangriff seitens der union ist offensichtlich angelaufen. Und dem laufen etliche Mitmenschen auch noch nach. Wenns schee macht ...
crazy_swayze 06.08.2017
2.
Eine Frau, die ein Listenplatz-Mandat einfach zu einer anderen Partei trägt, die ist anti-demokratisch und hat deshalb auch keine Skrupel, dafür irgendeine Gegenleistung zu erhalten. Ganz klar, das Mandat wurde schlicht [...]
Eine Frau, die ein Listenplatz-Mandat einfach zu einer anderen Partei trägt, die ist anti-demokratisch und hat deshalb auch keine Skrupel, dafür irgendeine Gegenleistung zu erhalten. Ganz klar, das Mandat wurde schlicht verschachert, um sich damit persönlich zu bereichern.
TOKH1 06.08.2017
3. Wohin mit einer neuen Meinung
Das ist ja wirklich ein Dilemma. Eine Politikerin fühlt sich nicht mehr wohl in ihrer Partei und hat sofort die Idee des reibungsloßen und sofortigen Wechselns parat und auch die nickenden Zustimmung der neuen politischen [...]
Das ist ja wirklich ein Dilemma. Eine Politikerin fühlt sich nicht mehr wohl in ihrer Partei und hat sofort die Idee des reibungsloßen und sofortigen Wechselns parat und auch die nickenden Zustimmung der neuen politischen Behausung hinter sich? Das stinkt so dermaßen zum Himmel. Das ist einfach nur unmoralisch. Die Frage ist nur ob die Moral der Frau T. hier völlig selbstlos abhanden kam oder ob doch mit einer Zukunft in der neuen Partei gewunken wurde. Wenn ich schon aus meiner Partei austrete, weil ich persönlich eine Niederlage erlitt ist das das eine. Eine völlig andere Dimension ist die Abkehr von eine Lebenshaltung und der Eintritt in die Partei, deren politische Haltung man grundlegend bekämpfte. Diese Frau ist so unglaubwürdig wie die Haltung der CDU.
basic11 06.08.2017
4. Ich habe sehr grosse Sympathieen zb ..
für die grüne Energiepolitik. Die völlig irrationale Zuwanderungspolitik der Grünen zerstört diese dann vollständig. Wenn riesige Regionen es nicht schaffen Ihren Bevölkerungsdruck selbst in den Griff zu bekommen, werden es [...]
für die grüne Energiepolitik. Die völlig irrationale Zuwanderungspolitik der Grünen zerstört diese dann vollständig. Wenn riesige Regionen es nicht schaffen Ihren Bevölkerungsdruck selbst in den Griff zu bekommen, werden es auch nicht die Grünen schaffen. So sehr diese auch von einer gerechteren Welt ohne Waffen träumen, die es in 200tsd Jahren Menschheitsgeschichte nicht einmal gab. Ich kann verstehen, dass einigen der Kragen platzt.
cyoulater 06.08.2017
5. Ich glaube der Dame...
... dass sie sich inhaltlich weit von den politischen Zielen der Grünen entfernt hatte. Dennoch glaube ich auch, dass sie - die Tatsache vor Augen, dass sie bei denen mit keinem Listenplatz mehr rechnen konnte - nun zeitig ihre [...]
... dass sie sich inhaltlich weit von den politischen Zielen der Grünen entfernt hatte. Dennoch glaube ich auch, dass sie - die Tatsache vor Augen, dass sie bei denen mit keinem Listenplatz mehr rechnen konnte - nun zeitig ihre Schäfchen ins Trockene gebracht hat. Sonst hätte sie nicht jetzt, ein paar Monate vor der regulären Wahl, diesen Schritt gemacht. So kann man das "unmoralische Angebot" auch interpretieren: Wechsel jetzt, Neuwahlen ganz schnell, und dafür einen Platz auf der Liste.
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