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Politik

Neuwahlen in Niedersachsen

Merkel wusste vorab von Wechsel Twestens

Mit ihrem überraschenden Wechsel zur CDU sprengte die Abgeordnete Elke Twesten die rot-grüne Regierung in Niedersachsen. Kanzlerin Angela Merkel war vorab darüber informiert.

DPA

Elke Twesten

Samstag, 12.08.2017   09:52 Uhr

Als am Freitagmorgen vergangener Woche die Eilmeldungen zum überraschenden Fraktionswechsel der niedersächsischen Grünen-Abgeordneten Elke Twesten über die Nachrichtenagenturen liefen, wusste die Bundeskanzlerin längst Bescheid. Angela Merkel (CDU) hat einem Medienbericht zufolge vorab von der Wechsel der niedersächsischen Landtagsabgeordneten von den Grünen zur CDU erfahren.

Das gehe aus einem Schreiben von Kanzleramtsstaatsminister Helge Braun an die Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht hervor, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Demnach informierte der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann die Kanzlerin am Vortag des Wechsels telefonisch.

Die rot-grüne Koalition von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat durch den überraschenden Wechsel Twestens ihre Ein-Stimmen-Mehrheit verloren. Deswegen soll am 15. Oktober ein neuer Landtag gewählt werden, drei Monate früher als geplant. Mit Blick auf den Fraktionswechsel forderte Lambrecht dem Bericht zufolge die CDU auf, "die wahren Hintergründe dieses unwürdigen Spiels vollständig" offenzulegen.

Spekulationen, dass Twesten für den Parteiwechsel von der CDU ein Mandat versprochen bekommen habe, hatte Althusmann zurückgewiesen. "Ich sehe kein Szenario, das Frau Twesten auf mittlere Sicht in irgendeine höherrangige CDU-Funktion bringen könnte", sagte Althusmann dem "Focus". Das sei alles nur "verleumderische Hetze".

Twesten selbst hatte ihren Wechsel mit einem länger anhaltenden Entfremdungsprozess erklärt. Den Ausschlag habe am Ende gegeben, dass sie von den Grünen nicht erneut als Kandidatin für die Landesliste zur bevorstehenden Landtagswahl aufgestellt wurde. Einem Bericht der "Nordwestzeitung" zufolge soll Twesten vor ihrer Entscheidung gegenüber zwei Landespolitikern von einem "unmoralischen Angebot" der CDU gesprochen haben.

fab/AFP/dpa

insgesamt 228 Beiträge
ramskamp 12.08.2017
1. Überraschend?
Wenn Frau Merkel davon Kenntnis hatte, was es nicht überraschend.
Wenn Frau Merkel davon Kenntnis hatte, was es nicht überraschend.
inmyopinion61 12.08.2017
2. Kein höheres CDU-Amt. Aber...
ein gut dotiertes Pöstchen als Staatssekretärin nach der Machtübernahme hat die Dame sicher. Wetten....
ein gut dotiertes Pöstchen als Staatssekretärin nach der Machtübernahme hat die Dame sicher. Wetten....
Palmstroem 12.08.2017
3. Skandal im Sperrbezirk
Frau Merkel wurde am Vortag über den Wechsel von Frau Twesten informiert. Na und? Der Wechsel zur CDU war völlig legal. Wo soll hier der Skandal sein? - Dass Rot-Grün sauer ist, weil sie ihre Pöstchen verlieren werden!
Frau Merkel wurde am Vortag über den Wechsel von Frau Twesten informiert. Na und? Der Wechsel zur CDU war völlig legal. Wo soll hier der Skandal sein? - Dass Rot-Grün sauer ist, weil sie ihre Pöstchen verlieren werden!
verbal_akrobat 12.08.2017
4. Also
ich kenne niemanden der davon nicht ausgegangen ist. (irgendwo kann man das ja auch erwarten)
ich kenne niemanden der davon nicht ausgegangen ist. (irgendwo kann man das ja auch erwarten)
tsitsinotis 12.08.2017
5. Das miese Spiel von Twesten und der CDU
mögen hoffentlich die Wähler honorieren.--"Unmoralisches Angebot" - - wie gesagt: Lackschuhe ohne Sohlen - - damit wollte Twesten ihre Partei erpressen.
mögen hoffentlich die Wähler honorieren.--"Unmoralisches Angebot" - - wie gesagt: Lackschuhe ohne Sohlen - - damit wollte Twesten ihre Partei erpressen.

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