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Politik

Wegen Protest

Ludwigshafen verwirft Plan für Helmut-Kohl-Allee

Mehr als tausend Menschen wollten per Petition verhindern, dass eine Straße in Ludwigshafen nach dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl benannt wird. Die Stadt zieht ihren Vorschlag nun zurück, die CDU räumt Fehler ein.

DPA

Gedenken an Helmut Kohl

Freitag, 20.10.2017   16:49 Uhr

Durch Ludwigshafen wird in absehbarer Zeit keine Helmut-Kohl-Allee führen. Die CDU-Fraktion im Rat der rheinland-pfälzischen Stadt entschied sich, an dem gefassten Umbenennungsbeschluss "nicht weiter festhalten" zu wollen, sagte Fraktionschef Torbjörn Kartes.

Ursprünglich war geplant, die Rheinallee als Ehrung für den verstorbenen Altkanzler, der aus Ludwigshafen stammt, in Helmut-Kohl-Allee umzubenennen. Dafür setzte sich zumindest der Stadtrat mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP ein. Durch die Umbenennung solle Kohl "ein ehrendes Andenken" geschaffen werden, hieß es im beschlossenen Antrag.

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Doch es gab auch deutlichen Widerstand gegen die Idee bei den Anwohnern Ludwighafens. Vor wenigen Wochen überreichten die Gegner eine Petition an die Verwaltung, die nach ihren Angaben von mehr als tausend Menschen unterstützt wurde. Demnach sei eine Straßenumbenennung mit einem großen Zeit- und Kostenaufwand für die ansässigen Geschäftsleute verbunden. Auch habe es keine Absprache gegeben.

Der Stadtratsbeschluss solle "aufgrund dessen, dass das solche Auswirkungen in der Stadt hatte", nun wieder aufgehoben werden, sagte CDU-Fraktionschef Kartes. Er räumte zugleich ein, dass "das Verfahren nicht optimal geführt" und "zu früh" eingeleitet worden sei. Nun solle "noch einmal von vorn und mit Abstand" nachgedacht werden, "wie man Helmut Kohl angemessen ehrt".

Anders in Erfurt: Dort beschloss der Stadtrat mehrheitlich, eine Straße am Petersberg im Zentrum der Thüringer Landeshauptstadt nach Kohl zu benennen.

vks/AFP

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