09.03.2011
Nach Guttenberg-Rücktritt
Union kann Sympathiedelle ausgleichen
Ex-Minister Guttenberg: Viele finden den Rücktritt richtig - viele wollen ein Comeback
Berlin - Die Unionsparteien legen nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Verteidigungsminister in der Wählergunst wieder zu. In der Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" kletterte sie im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 36 Prozent. Damit erreichte sie den gleichen Wert, den sie vor Guttenbergs Abschied von der Politik verzeichnet hatte.
Die SPD gab gegenüber der Vorwoche einen Punkt auf 26 Prozent ab. Die Grünen hielten ihre 16 Prozent, die Linke verharrte bei zehn Prozent und die FDP bei fünf Prozent.
Guttenbergs Nachfolger als Verteidigungsminister, Thomas de Maizière (CDU), wird von den Bürgern gut aufgenommen. Jeder zweite begrüßt seine Ernennung, nur 14 Prozent finden sie falsch. Bei den SPD- und FDP-Anhängern ist die Zustimmung dabei sogar größer als bei den Freunden der Union.
Comeback erwünscht
Eine Mehrheit der Deutschen (62 Prozent) wünscht sich der Umfrage zufolge, dass Guttenberg irgendwann den Weg zurück auf die politische Bühne findet. Allerdings gibt es auch erhebliche Widerstände - selbst in den eigenen Reihen. Jeder fünfte CDU-Anhänger (20 Prozent), ein Viertel der CSU-Wähler (25 Prozent) und 31 Prozent der FDP-Klientel wollen nicht, dass Guttenberg nach den schweren Verfehlungen bei seiner Dissertation erneut ein wichtiges politisches Amt übernimmt.
Dass der CSU-Politstar über eigene Fehler gestolpert sei, meinen knapp zwei Drittel aller Bürger. Nur ein Drittel der Befragten glaubt, dass Guttenberg Opfer einer Medienkampagne geworden sei. Seinen Rücktritt betrachtet eine große Mehrheit (69 Prozent) als richtig. Diese Ansicht teilen mehrheitlich auch die Anhänger der Regierungsparteien: 59 Prozent der CDU-Anhänger, 62 Prozent der CSU-Wähler
Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", dass die Sympathiewerte der Union wieder anzögen, zeige, dass Guttenbergs Rücktritt ein absolut notwendiger Schritt für die Glaubwürdigkeit von CDU und CSU gewesen sei. Für die sogenannte Sonntagsfrage interviewte das Institut 2501 Bundesbürger zwischen dem 28. Februar und dem 4. März.
amz/dpa/Reuters/dapd