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25.05.2011
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Kritik an Flugverboten

Asche, Angst und Ärger

Aschewolke behindert Flugverkehr: Norddeutschland in der Warteschleife
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AFP

Wieder hat die Angst vor Vulkanasche den Flugverkehr massiv behindert - aber war das nötig? Die SPD rügt das Krisenmanagement von Verkehrsminister Ramsauer, der sieht dagegen die Hersteller von Triebwerken in der Pflicht. Piloten kritisieren den neuen Grenzwert für die Aschebelastung.

Hamburg - Hunderte Flüge wurden abgesagt, viele Reisende saßen in den Terminals fest - erneut hat Vulkanasche im deutschen Luftraum für Chaos gesorgt. Nun übt die SPD-Fraktion Kritik am Krisenmanagement von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im aktuellen Umgang mit dem Ascheproblem im Flugverkehr.

So habe die Arbeitsgruppe Flugzeugtechnik seit Herbst 2010 nicht mehr getagt, obwohl kein Ergebnis vorlag, betonte die SPD unter Verweis auf eine Erklärung der Bundesregierung. Ramsauers Verweis auf eine fehlende europaweite Regelung und der Erlass eines Grenzwerts ohne fundierte Grundlage reiche nicht aus.

Ramsauer hatte wegen des Ausbruchs des isländischen Vulkans Grímsvötn in dieser Woche einen Grenzwert von zwei Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft festgelegt. Wird diese Marke überschritten, darf nicht mehr geflogen werden - es sei denn, Triebwerks- und Flugzeughersteller geben dafür ausdrücklich grünes Licht.

Der Minister selbst sieht Versäumnisse dagegen vor allem bei den Triebwerksherstellern. Von diesen lägen immer noch keine Erkenntnisse darüber vor, wie viel Asche ihre Motoren vertragen.

Am Mittwoch mussten wegen des Ausbruchs des Vulkans Grímsvötn zunächst norddeutsche Flughäfen gesperrt werden. Auch ein Jahr nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull gibt es keine einheitlichen Grenzwerte in der Europäischen Union. Damals fielen rund 100.000 Flüge aus.

Viele Piloten hatten die unzureichende Grundlage für die Festlegung des Grenzwerts kritisiert. Der Grenzwert für die Aschekonzentration in der Luft sei nur belastbar, wenn er mit Tests und Studien untermauert werde. "Das ist derzeit noch nicht der Fall", sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg. Es dürfe nicht nur grob geschätzt und dann folgenschwer entschieden werden.

Man habe konservative Werte zugrunde gelegt und einen Sicherheitspuffer dazuaddiert. Die Werte könnten daher derzeit durchaus zu niedrig oder zu hoch liegen. Zudem müssten die Grenzwerte europaweit gültig sein. "Aber einige Länder sperren sich gegen ein verbindliches Verfahren." Grundsätzlich sei eine Abriegelung des Luftraums bei überschrittenen Grenzwerten aber richtig.

Ärger auch bei ausländischen Fluglinien

Auch in anderen Ländern wird die Kritik der Fluggesellschaften immer lauter. Die irische Ryanair hat die Einschätzung der britischen Behörden angezweifelt, wonach die Aschekonzentration über Schottland zu hoch für den Flugverkehr sei.

Die Airline habe eine eigene Maschine in den schottischen Luftraum geschickt und keine Asche in der Atmosphäre gefunden, teilte Ryanair am Dienstag mit. "Genauso wie wir vorausgesagt haben, sind wir auf absolut keine Probleme gestoßen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Der Flugverkehr über Schottland hätte nicht eingeschränkt werden dürfen, sagte er.

Auf Druck der irischen Behörden sagte Ryanair alle 68 Flüge aus und nach Schottland für den Rest des Dienstags ab.

Die Fluggesellschaft British Airways (BA) schickte nach eigenen Angaben einen Airbus A320 für einen Überprüfungsflug nach Schottland. Ergebnisse liegen bisher nicht vor.

hen/jok/AP/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
1. kopfschütteln
mrempf 25.05.2011
Lieber einen "Vogel" mit 300+ Passagieren abschmieren lassen als die Flugzeiten zu verzögern. Was Ramsauer in Bezug auf die Triebwerke von sich gibt zeugt auch von gravierenden Unwissen. Er muß als Verkehrminister [...]
Lieber einen "Vogel" mit 300+ Passagieren abschmieren lassen als die Flugzeiten zu verzögern. Was Ramsauer in Bezug auf die Triebwerke von sich gibt zeugt auch von gravierenden Unwissen. Er muß als Verkehrminister nicht alles über das wissen was rollt und fliegt aber er sollte Mitarbeiter haben die zumindest des Internets mächtig sind. Flugverbot um Menschenleben zu retten auch wenn nur der Hauch einer Katastrophe besteht ist in meinen Augen richtig. Paßt vielleicht den Ultra Kapitalisten und der FDP aber ein Menschenleben ist meiner Ansicht nach immer noch wehrtvoller als ein paar Euros selbst sollten es Millionen sein.
2. Mensch ist Mensch
krane 25.05.2011
Und was haben wir aus dem letzten Chaos 2010 gelernt? Nichts. Nach wie vor kein einheitliches Verfahren, immernoch Ahnungslosigkeit und Schuldzuweisungen. Kleine Kinder greifen nicht zweimal auf eine heiße Herdplatte, großer [...]
Und was haben wir aus dem letzten Chaos 2010 gelernt? Nichts. Nach wie vor kein einheitliches Verfahren, immernoch Ahnungslosigkeit und Schuldzuweisungen. Kleine Kinder greifen nicht zweimal auf eine heiße Herdplatte, großer Kinder anscheinend schon ;)
3. Gar nix gelernt
Naturhuf 25.05.2011
Geht's schon wieder los!! Lieber Flugzeug abschmieren lassen, statt vorzubeugen??! Da komme ich doch lieber ein paaar Tage später nach Hause, bin aber heil. Sollen die doch fliegen, die meinen es wäre nicht so schlimm. Die [...]
Geht's schon wieder los!! Lieber Flugzeug abschmieren lassen, statt vorzubeugen??! Da komme ich doch lieber ein paaar Tage später nach Hause, bin aber heil. Sollen die doch fliegen, die meinen es wäre nicht so schlimm. Die können das dann auch gleich testen! Freiwillige vor!
4. Sch... Titelzwang
jjpreston 25.05.2011
Ach, darum geht's doch gar nicht. Das Messflugzeug kommt ja schließlich auch nicht unkontrolliert runter, wo es doch durch die Schwaden fliegt, um die Konzentration festzustellen. Viel besser als Begründung geeignet ist das [...]
Zitat von mrempfLieber einen "Vogel" mit 300+ Passagieren abschmieren lassen als die Flugzeiten zu verzögern.
Ach, darum geht's doch gar nicht. Das Messflugzeug kommt ja schließlich auch nicht unkontrolliert runter, wo es doch durch die Schwaden fliegt, um die Konzentration festzustellen. Viel besser als Begründung geeignet ist das wirtschaftliche Risiko für den Steuerzahler. Wenn die Deutsche Flugsicherung - eine Gesellschaft in hundertprozentigem Besitz der Bundesrepublik - den Luftraum sperrt, liegt das wirtschaftliche Risiko bei den Fluggesellschaften, denn die Flugausfälle sind dann höhere Gewalt (und die Gesellschaften werden einen Teufel tun, das anders zu deklarieren, denn sonst sind sie gegenüber ihren Kunden schadenersatzpflichtig, und ob sie das Geld von der Bundesrepublik zurück bekommen, wäre mehr als fraglich). Sperrt die DFS den Luftraum aber nicht, und daraufhin landen Flugzeuge mit Triebwerksschäden, die teure Reparaturen bis hin zum Ersatz nötig machen, könnten die Fluggesellschaften die DFS wegen Missachtung der Sorgfaltspflichten auf Schadenersatz verklagen. Bei fünf bis zehn Millionen Euro Anschaffungspreis pro Triebwerk ist das 'ne ganz schöne Hausnummer. Da wird Lauftraumsperrung plus Kritik doch deutlich billiger.
5. Thema fuer das Sommerloch?
agar 25.05.2011
Ich verstehe auch nicht, warum sich gerade die Piloten/Politiker aufregen. Denn die haben oftmals gerade mal rudimentäres Wissen von der Technik - wenn denn überhaubt. Insbesondere wenn es um die Triebwerke geht. Zudem sollte der [...]
Ich verstehe auch nicht, warum sich gerade die Piloten/Politiker aufregen. Denn die haben oftmals gerade mal rudimentäres Wissen von der Technik - wenn denn überhaubt. Insbesondere wenn es um die Triebwerke geht. Zudem sollte der Herr Ramsauer mal darüber nachdenken, warum es möglicherweise so lange dauert, bis die Hersteller der Triebwerke etwas dazu sagen. Man bedenke, das die Hersteller nicht nur ein Modell im Betrieb haben und das diese unterschiedlich auf die Asche reagieren. Und jeden Triebwerks-typen zu testen ist nicht damit getan, eimerweise Kaminasche in das laufende Triebwerk zu schaufeln, bis es dann endlich verreckt. So etwas will wohldefiniert getestet und dann auch mit entsprechender Sorgfalt analysiert werden. Zudem stimme ich meinen vorrednern zu. Lieber den Vogel am Boden halten und auf nummer-sicher gehen. Wie fahren ja auch nicht "blind" über einen Bahnübergang bei dem wir wissen, dass die Schranken und Ampeln kaputt sind.

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