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10.02.2012
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Afghanistan-Beauftragter

Botschafter Koch ersetzt Steiner

DPA

Diplomat Koch (r.): Schwierige Aufgabe

Der bisherige deutsche Botschafter in Pakistan, Michael Koch, wird neuer Beauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan. Der Diplomat ist damit Nachfolger von Michael Steiner, der seinen Posten nach knapp zwei Jahren verlässt.

Berlin - Michael Koch wird neuer Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Koch, deutscher Botschafter in Islamabad, löst damit den bisherigen Beauftragten Michael Steiner ab, der dieses Amt fast zwei Jahre innehatte. Der Amtswechsel soll den Angaben zufolge "in Kürze" erfolgen. Koch steht nun vor der schwierigen Aufgabe, den militärischen Abzug aus Afghanistan diplomatisch zu verkaufen.

Vor seinem Einsatz als Botschafter in Pakistan war Koch von 2004 bis 2008 Leiter des Afghanistan-Stabs im Auswärtigen Amt. Koch wurde am 30. September 1955 als Sohn eines deutschen Diplomaten in Kansas City (USA) geboren. Er studierte Jura und trat 1986 in den diplomatischen Dienst ein.

Steiner und Koch gelten vor allem vom Temperament her als sehr unterschiedlich. Steiner haftet bis heute eine Geschichte an aus der Zeit, als er noch außenpolitischer Berater von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) war: Damals verlangte er bei einer Zwischenlandung der Kanzlermaschine in Moskau nach Kavier und schrie einen Bundeswehrsoldaten an. Koch würde so etwas nicht passieren, er ist Beamter durch und durch. In der Öffentlichkeit tritt er eher zurückhaltend auf, gilt aber dennoch als durchsetzungsstark.

"Er hat seine Leute im Griff", sagt einer, der ihn gut kennt und viele Jahre unter ihm gearbeitet hat. "Es gibt Momente, in denen er laut werden kann." Am meisten bewundern seine Kollegen an Koch die Fähigkeit, Unmengen an Text zu verarbeiten. "Es ist unglaublich, wie viele Bücher, Zeitungen und Akten er lesen und später auch wiedergeben kann", sagt ein Diplomat.

Steiner organisierte in seiner Zeit als Sonderbeauftragter für Afghanistan und Pakistan auch die internationale Afghanistan-Konferenz Ende vergangenen Jahres in Bonn. Zudem hatte er sich auch bei den geheimen Friedensverhandlungen zwischen Nato und Taliban engagiert. Zu Zeiten der rot-grünen Koalition war Steiner außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Außenminister Westerwelle dankte Steiner für eine "hervorragende Zusammenarbeit". Der Diplomat habe sich große Verdienste erworben. Offen blieb, was Steiner künftig machen wird.

anr/ler/kaz/dpa/dapd

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