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25.02.2012
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Vorstandswahlen

Berliner Piratenpartei-Chef tritt zurück

DPA

Gerhard Anger, Landesvorsitzender der Berliner Piraten: "Ich ertrage die Belastung nicht"

Die "emotionale Belastung" war ihm zu groß: Gerhard Anger, Chef der Berliner Piratenpartei, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der leitende Angestellte einer Softwarefirma begründete den Schritt mit einem "enormen Druck", dem er nicht mehr standhalten könne.

Berlin - Die Berliner Piratenpartei hält an diesem Wochenende ihren Landesparteitag in der Hauptstadt ab, ein neuer Vorstand soll gewählt werden. Inmitten des Treffens platzte der Berliner Landeschef, Gerhard Anger, mit einer Neuigkeit: Er zog seine bereits angemeldete Kandidatur zurück. Der leitende Angestellte einer Software-Firma begründete den Schritt mit einem "enormen Druck", der auf diesem Amt laste. Dem könne er nicht mehr standhalten.

"Ich ertrage diese emotionale Belastung nicht", sagte Anger. Deshalb kandidiere er nicht für eine weitere Amtszeit. "Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut", sagte er. Die mehreren hundert Parteimitglieder im Saal reagierten auf die überraschende Ankündigung mit großem Beifall. Anger war seit Anfang 2011 Vorsitzender der Berliner Piraten. Der 36-Jährige führte den Landesverband in die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im vergangenen September. Dort erzielten die Piraten ein Ergebnis von 8,9 Prozent und zogen erstmals in ein deutsches Landesparlament ein.

Wer Anger als Landeschef folgen wird, war zunächst unklar. Bis zum Start des Parteitags gingen Mitglieder davon aus, dass er bei den anstehenden Vorstandswahlen wieder kandidiert. Daneben wollte sich die bisherige Schatzmeisterin Katja Dathe bewerben. Anger entschuldigte sich für seine kurzfristige Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren.

jjc/dpa/dapd

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insgesamt 78 Beiträge
1. Er kanditiert nicht mehr != Rücktritt
jörg wartenberg 25.02.2012
Gerhard Anger hat die Zeit für die er gewählt wurde über gute Arbeit geleistet und tritt bei der Wahl für die nächste Amtsperiode einfach nicht mehr an! Der macht das nebenbei als Ehrenamt, da braucht man auch mal 'ne Pause. [...]
Zitat von sysopDPADie "emotionale Belastung" war ihm zu groß: Gerhard Anger, Chef der Berliner Piratenpartei, hat seine Kandidatur zurückgezogen. Der leitende Angestellte einer Softwarefirma begründete den Schritt mit einem "enormen Druck", dem er nicht mehr standhalten könne. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,817523,00.html
Gerhard Anger hat die Zeit für die er gewählt wurde über gute Arbeit geleistet und tritt bei der Wahl für die nächste Amtsperiode einfach nicht mehr an! Der macht das nebenbei als Ehrenamt, da braucht man auch mal 'ne Pause. Immer 150% geben hält auf Dauer keiner aus.
2. ........
janne2109 25.02.2012
na vielleicht wird jetzt den hier selbsternannten Politikern, die alles besser wissen und vor allem besser machen würden, klar wie schwierig der Beruf des Politikers ist. Es ist zwar bedauerlich, aber man muss wohl doch mit [...]
na vielleicht wird jetzt den hier selbsternannten Politikern, die alles besser wissen und vor allem besser machen würden, klar wie schwierig der Beruf des Politikers ist. Es ist zwar bedauerlich, aber man muss wohl doch mit Ellenbogen und dicken Nerven gesegnet sein um diesen Beruf auszuüben. Und wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass diese Menschen doch eine völlig andere und weniger emphatische Denke haben als der normale Bürger. Man könnte natürlich überlegen, ob die jungen Leute heute nicht mehr so belastungsfähig sind wie es die Menschen früher waren. Ist sicher auch so. Dennoch eine tolle und ehrliche Haltung zuzugeben, dass man dem Druck nicht stand halten kann.
3. Piraten! Willkommen in der Realität!
adal_ 25.02.2012
Erst Marina Weisband, jetzt Gerhard Anger. Politik ist halt ein mühsames Geschäft. Wer hätte das gedacht?
Erst Marina Weisband, jetzt Gerhard Anger. Politik ist halt ein mühsames Geschäft. Wer hätte das gedacht?
4. Große Klappe...
artusdanielhoerfeld 25.02.2012
Trendy wollen sie sein, die jungen Leute von heute, hip, porno und irgendwie gesellschaftskritisch. Aber wenn der erste Hype verflogen ist und die ausgesponnenen Pläne und Projekte mit Arbeit, Schweiß und Mühe verwirklicht [...]
Trendy wollen sie sein, die jungen Leute von heute, hip, porno und irgendwie gesellschaftskritisch. Aber wenn der erste Hype verflogen ist und die ausgesponnenen Pläne und Projekte mit Arbeit, Schweiß und Mühe verwirklicht werden sollen, dann schmeißen Plakatfiguren wie Marina Weisband oder Gerhard Anger den unbequem gewordenen Kram einfach hin. Meinen Glückwunsch an die Eltern, denen eine engagierte Erziehung auch zu anstrengend war.
5.
Mimimat 25.02.2012
Vor allem ist es ein Geschäft, wo man durch Machtausübung als Selbstzweck eine Menge Stress kompensieren kann. Wenn man aber bei jeder Entscheidung vorher und nachher 100 x überlegt, ob es denn das Richtige war, dann geht [...]
Zitat von adal_Erst Marina Weisband, jetzt Gerhard Anger. Politik ist halt ein mühsames Geschäft. Wer hätte das gedacht?
Vor allem ist es ein Geschäft, wo man durch Machtausübung als Selbstzweck eine Menge Stress kompensieren kann. Wenn man aber bei jeder Entscheidung vorher und nachher 100 x überlegt, ob es denn das Richtige war, dann geht das natürlich mehr an die Substanz, als wenn man berufspolitikerhaft einfach die Lobbyisten bedient.

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