29.02.2012
Forsa-Umfrage
Gauck-Manöver der FDP verpufft
FDP-Chef Rösler: Nur leichte Zuwächse in der aktuellen Forsa-Umfrage
Hamburg - Trotz der unbeliebten Euro-Hilfsmaßnahmen und zahlreicher Probleme in der Koalition steigt das Vertrauen der Bürger in Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der aktuellen Forsa-Umfrage für den "Stern" erreichte die CDU-Vorsitzende ihren höchsten Wert seit Bestehen der schwarz-gelben Koalition 2009.
Demnach stieg ihr Vertrauensbonus gegenüber Dezember um zwei auf 64 Punkte. Maximal möglich waren 100 Punkte. Merkel lag damit acht Punkte vor den beiden stärksten SPD-Vertretern, den möglichen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier mit je 56 Punkten.
FDP-Chef Philipp Rösler konnte dagegen nur leicht dazu gewinnen: Er stieg gerade mal um einen Punkt auf 31 Punkte - und bildet mit dem gleich bewerteten Außenminister Guido Westerwelle (ebenfalls FDP) das Schlusslicht des Rankings. Dabei hatte Rösler gegen Merkels Willen den beim Volk beliebten Bundespräsidentschaftsandidaten Joachim Gauck durchgesetzt. Unionspolitiker hatten dem Koalitionspartner daraufhin Vertrauensbruch vorgeworfen. Die FDP wies dies zurück - und reklamierte die Nominierung Gaucks als Erfolg für sich.
Wie die Bundeskanzlerin hält auch die Union ihr Umfragehoch. Im Wahltrend von "Stern" und RTL kommen CDU/CSU zum vierten Mal in Folge auf 38 Prozent. Die FDP legt nach der Gauck-Nominierung nur leicht zu: Sie steigt im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf drei Prozent. Auch die SPD gewinnt einen Punkt hinzu - sie erreicht 26 Prozent. Die Grünen fallen um einen Punkt auf 14 Prozent. Die Linke verharrt bei acht Prozent. Sieben Prozent der Wähler wollen für die Piratenpartei stimmen, das ist ein Punkt weniger als in der Vorwoche.
Mit zusammen 41 Prozent liegt die Regierungskoalition von Union und FDP damit knapp vor SPD und Grünen, die auf 40 Prozent kommen.
Für die Politikerrangfolge befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1001 Bundesbürger am 22. und 23. Februar 2012, für den Wahltrend waren es 2502 Bundesbürger vom 20. bis 24. Februar 2012.
heb