08.03.2012
Aussagen zum Islam
Chef der türkischen Gemeinde würdigt Wulff
Kenan Kolat (Archivbild): "Noch einmal für die Arbeit bedanken"
Berlin - Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, Kenan Kolat, nimmt am Zapfenstreich für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff teil, um dessen Aussagen zum Islam zu würdigen. Wulff habe mit seiner Äußerung, dass der Islam zu Deutschland gehöre, in seiner Amtszeit zur kulturellen Vielfalt der Gesellschaft beigetragen, sagte Kolat am Donnerstag dem RBB-Sender Radio Eins. Für diese Verdienste wolle er ihm heute die Ehre erweisen.
Wulff habe zur kulturellen Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland mehr beigetragen als viele Politiker vor ihm, sagte Kolat. Daran ändere auch der Rücktritt nichts. Außerdem wolle er Wulff danken, sagte Kolat. "Ich denke, es ist wichtig, dass ich ihm im Namen der türkischen Gemeinde und im Namen aller Türken in Deutschland noch einmal für seine Arbeit danke." Und er hoffe, so Kolat, dass sich Wulff nach einer kleinen Auszeit wieder zu solchen Themen äußern werde.
Der Zapfenstreich der Bundeswehr für den Mitte Februar zurückgetretenen Wulff sei der "würdevolle Abschluss einer sehr hektischen Diskussion", sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU) dem Deutschlandfunk. Gegen Wulff gebe es keinen politischen Vorwurf. "Ich werde heute zum Zapfenstreich gehen und ich gehe auch gerne hin."
An dem Zapfenstreich am Donnerstagabend im Park von Schloss Bellevue wird der Großteil der Bundesregierung teilnehmen, die Fraktionschefs im Bundestag sowie Wulffs Amtsvorgänger werden hingegen nicht dabei sein.
jok/dpad