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21.04.2012
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Europäische Bonitätswächter

Schäuble verweigert Geld für Rating-Agentur

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Archivbild): "Rating-Agenturen haben versagt"
AP

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (Archivbild): "Rating-Agenturen haben versagt"

Klare Worte von Finanzminister Schäuble: Für eine europäische Rating-Agentur werde es aus deutschen Staatskassen kein Geld geben. Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt", zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden.

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Hoffnungen auf eine neue Rating-Agentur als Gegengewicht zur US-Konkurrenz gedämpft. "Eine vom Staat gegründete Rating-Agentur, oder auch von der Europäischen Kommission, wird sich niemals in dem harten Wettbewerb mit den erfolgreichen Rating-Agenturen durchsetzen", sagte der CDU-Politiker der "Leipziger Volkszeitung" am Samstag. Auch ein Stiftungsmodell könne er sich nicht vorstellen. Geld aus der deutschen Staatskasse werde es für eine solche Einrichtung "ganz sicher nicht" geben, ergänzte er dem Blatt zufolge. "Jedenfalls von dieser Bundesregierung nicht."

Den etablierten Bonitätswächtern warf Schäuble erneut schwere Versäumnisse vor: "Die Rating-Agenturen haben zunächst einmal in der Entstehung der Finanz- und Bankenkrise, die ja heftig war, katastrophal versagt." Bisher dominieren die US-Platzhirsche Standard & Poor's, Moody's und Fitch den Markt der Rating-Agenturen und verdienen mit ihren Benotungen Geld. Jüngst hatte die Bertelsmann-Stiftung ein Konzept für ein Benotungsunternehmen vorgelegt, an dem sich auch Regierungen beteiligen können.

Mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise geht Schäuble davon aus, "dass wir das Schlimmste hinter uns haben". Insgesamt seien die Grundentscheidungen richtig getroffen worden, "und deswegen haben wir auch eine gewisse Entspannung". Bei einer einigermaßen normalen Entwicklung würden sich für Deutschland "die Kosten der Krisenbewältigung doch in einer vertretbaren Größenordnung halten". Sie würden ausgeglichen durch das, was man an wirtschaftlichen Schäden habe vermeiden können.

Kritik an den Äußerungen des Finanzministers kam aus der Opposition. "Schäuble torpediert eine europäische Lösung für das Problem der Rating-Agenturen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß. Dabei gehe es nicht um eine staatliche Einrichtung, "für die Herr Schäuble zu Recht kein Geld ausgeben will", sondern um eine unabhängige Agentur, die den europäischen Kontext kenne und würdigen könne, sagte Poß.

hei/dpa/dapd

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insgesamt 46 Beiträge
1. typisch Politiker
CHANGE-WECHSEL 21.04.2012
Würde er lieber dem EX-Präsidenten Wulff das Geld verweigern! Aber so ist es. Wenn du kriminell bist, dann musst du nur ein Beamter sein und du gehst straffrei aus.
Zitat von sysopKlare Worte von Finanzminister Schäuble: Für eine europäische Rating-Agentur werde es aus deutschen Staatskassen kein Geld geben. Die etablierten Bonitätswächter hätten "katastrophal versagt", zudem sei in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden. Europäische Bonitätswächter: Schäuble verweigert Geld für Rating-Agentur - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,828930,00.html)
Würde er lieber dem EX-Präsidenten Wulff das Geld verweigern! Aber so ist es. Wenn du kriminell bist, dann musst du nur ein Beamter sein und du gehst straffrei aus.
2.
vofr 21.04.2012
Ja, was denn nun. Ist das Thema immer noch nicht vom Tisch? Komme deshalb auf meinen Blogbeitrag vor Kurzem zurück! Der Aufbau einer Rating-Agentur dauert max. 18 Monate, davon 12 Monate um die Parameter und die [...]
Ja, was denn nun. Ist das Thema immer noch nicht vom Tisch? Komme deshalb auf meinen Blogbeitrag vor Kurzem zurück! Der Aufbau einer Rating-Agentur dauert max. 18 Monate, davon 12 Monate um die Parameter und die Auswertemethoden für das Rating festzulegen sowie die notwendigen Programmierarbeiten in Anlehnung der Punkte 1 bis 8 gem. Softwareentwicklung (http://de.wikipedia.org/wiki/Softwaretechnik ) zu erledigen. Die restlichen 6 Monate benötigt man zur Datenerfassung und dem „Feintuning“ gem. der Punkte 9 bis 11 in der Softwareentwicklung inkl. MA-Anwerbung und Schulung, wobei die staatlichen Insitutionen die zur Datenerfassung notwendigen Informationen in diesem Zeitraum bereitzustellen haben. Gegen Bezahlung stelle ich gerne meine Basisarbeit zu einem Rating für (europäische) Staaten zur Verfügung. Gerne übernehme ich auch das Gesamtprojekt, wobei ich nach meiner ersten groben Kostenschätzung dies für weniger als 1/10 der von Berger veranschlagten Summe von ca. 300 Mio. EUR realisieren kann! Die von mir ausgearbeitete Tabelle umfasst derzeit 29 Positionen, in der sowohl das „Vermögen“ als auch die „Verbindlichkeiten“ der öffentlichen Hand - soweit mir die Quellen zugänglich sind – berücksichtigt sind. Nachfolgend daraus die ersten 6 Positionen: 1 Staatsschulden (%) in Relation zum BIP 2 Neuverschuldung bzw. Tilgung (%) in Relation zum BIP 3 Staatsquote 4 Bundesschuld (Zins) in Relation zum gesamten Staatshaushalt 5 Deckelung der M1 Geldmenge durch Gold (Edelmetalle) 6 Importe in Relation zu den Exporten Die Tabelle ist so aufgebaut, dass hinter jeder Position die Spalten "Gewichtung_Vorgabe", "Bewertung_Vorgabe" und daran anschließend die Spalte "Bewertung_IST" folgt. Die Gewichtung hängt von der "Wertigkeit" der 29 Kriterien ab und kann zwischen 1 und 10 Punkte und die Bewertung über alle Positionen zwischen 0 und 10 Punkte betragen. Konkret am Bsp. 1 "Staatsschulden (%) in Relation zum BIP" sieht das wie folgt aus: Da es sich um ein Maastricht-Kriterium handelt, wird die Gewichtung mit der Maximalpunktzahl von 10 Punkten festgesetzt. In der Bewertung erreicht Deutschland 2 Punkte, da die explizite Staatsverschuldung mit Stand Ende 2010 gem. „eurostat“ http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/government_finance_statistics/data/main_tables (Tabelle: Government deficit and debt, jedoch ohne Berücksichtigung der impliziten Staatsschulden!) in Relation zum BIP zwischen 80 und 90 % liegt (0 %: 10 Pkt., zwischen 10 % - 20 %: 9 Pkt., zwischen 20 % - 30 %: 8 Pkt, ..., zwischen 80 % - 90 %: 2 Pkt., zwischen 90 % - 100 %: 1 Pkt., 100 % und mehr: 0 Pkt.). In Punkt 1 errechnet sich eine erreichbare Punktzahl G_V * B_V von 100 Punkten (= Produkt aus 10 * 10). Deutschland erzielt dabei G_V * B_IST = 20 Punkte (= Produkt aus 10 * 2)! Es werden folgende Rating-Bewertungen zugrunde gelegt: AA: Zielerreichung zwischen 100 % - 85 % A: Zielerreichung zwischen 70 % - 85 % BB: Zielerreichung zwischen 55 % - 70 % B: Zielerreichung zwischen 40 % - 55 % CC: Zielerreichung zwischen 25 % - 40 % C: Zielerreichung zwischen10 % - 25 % D: Zielerreichung bis 10 % Egal, wie ein Rating aufgebaut ist, es muss für den Interessierten a) transparent und b) nachvollziehbar sein - und genau deshalb wird das Bundesfinanzministerium, Bundesfinanzagentur oder auch auf europäischer Ebene sich hüten für Deutschland / Europa ein Rating nach meinen Vorstellungen einzuführen. Im Übrigen ist es so, dass in meinem Rating Deutschland gerade mal 356 Punkte von 830 möglichen Punkten erreicht und damit eine „Erfolgsquote“ von 42,9 Prozent aufweist. In der Bewertung bekommt Dtl. daher das Rating "B" --> Dringender Handlungsbedarf, einschneidende Maßnahmen sind zu ergreifen.
3.
artusdanielhoerfeld 21.04.2012
...die USA ihre Monopolstellung nicht aufgeben wollen. Schäuble tut nur, was ihm aufgetragen wird, denn die Ratingagenturen sind schließlich das politische Machtinstrument der anglo-amerikanischen Finanzelite.
...die USA ihre Monopolstellung nicht aufgeben wollen. Schäuble tut nur, was ihm aufgetragen wird, denn die Ratingagenturen sind schließlich das politische Machtinstrument der anglo-amerikanischen Finanzelite.
4.
anderton 21.04.2012
Ach, die Krise ist vorbei? Aber den ESM und so machen wir trotzdem wa?
Ach, die Krise ist vorbei? Aber den ESM und so machen wir trotzdem wa?
5.
b.oreilly 21.04.2012
Schönreden kann Schäuble die Dinge ja. Die Krise ist nicht vorbei, sondern das ist die Ruhe vor dem Sturm! Aber eine eigene von diesen Politikern abhängige Ratingagentur brauchen wir nun wirklich nicht. Bürokratie nenne ich das. [...]
Schönreden kann Schäuble die Dinge ja. Die Krise ist nicht vorbei, sondern das ist die Ruhe vor dem Sturm! Aber eine eigene von diesen Politikern abhängige Ratingagentur brauchen wir nun wirklich nicht. Bürokratie nenne ich das. Und dass die Ami-Agenturen in ihren Vorhersagen im Wesentlichen recht haben, hat ja der Lauf der Geschichte gezeigt! :-(

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