10.05.2012
Vorbild Obama
Opposition fordert von Merkel Bekenntnis zu Homo-Ehe
Kanzlerin Merkel: Grüne und Linke fordern Bekenntnis zur Homo-Ehe
Berlin - Nach dem Einsatz von US-Präsident Barack Obama für die Homo-Ehe verlangt der Grünen-Politiker Volker Beck auch in Deutschland ein Ende von Diskriminierungen im Steuer- und Adoptionsrecht für homosexuelle Paare. "Es ist an der Zeit, dass auch Angela Merkel öffentlich bekennt: It's OK to marry gay", sagte Beck. Obama sei genauso für die Öffnung der Ehe wie der neue französische Präsident François Hollande. Der britische Premier David Cameron hat die Öffnung der Ehe sogar zu einem konservativem Projekt gemacht, erklärte Beck.
Beck bescheinigte dem US-Präsidenten Mut, weil in den USA Fragen der Sexualmoral deutlich konservativer diskutiert würden als hierzulande.
Obamas Plädoyer inspiriert offenbar auch die Linksfraktion im Bundestag. Der Präsident habe "ein international vernehmbares Signal gesendet, das auch der Deutsche Bundestag erhören sollte", sagte die lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der Fraktion, Barbara Höll. Die Diskriminierung von Lesben und Schwulen sei nicht mehr zeitgemäß.
Höll forderte, "dass alle Abgeordneten frei von Fraktions- und Koalitionszwängen über die Eheöffnung im Bundestag abstimmen". Dann könne Homosexuellen die Eheschließung "zügig" ermöglicht werden.
Gleichgeschlechtliche Paare können in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft, umgangssprachlich "Homo-Ehe", eingehen, die aber nicht in allen rechtlichen Fragen der Ehe gleichgestellt ist.
jok/dapd