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18.05.2012
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NRW-Desaster und Röttgen-Rauswurf

Merkel bittet zum Krisengipfel

Politiker Rösler, Seehofer, Merkel (v.l./im November 2011): Gipfel in Berlin geplant
dapd

Politiker Rösler, Seehofer, Merkel (v.l./im November 2011): Gipfel in Berlin geplant

Es knirscht gewaltig in Angela Merkels schwarz-gelber Koalition. Nun soll laut einem Zeitungsbericht ein Treffen auf höchster Ebene für Ruhe sorgen. Für kommende Woche ist das Gespräch mit Horst Seehofer und Philipp Rösler angesetzt.

Berlin - Es sind unruhige Wochen für die Koalition. Streit innerhalb der CDU, Zoff mit der FDP - und als Krönung der Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen am vergangenen Mittwoch. Kanzlerin Angela Merkel hat nun offenbar genug gesehen. Sie bittet die Spitzen von CSU und FDP in der kommenden Woche zu einem kurzfristigen Koalitionsgipfel ins Kanzleramt. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung, offiziell bestätigt ist das Treffen jedoch bisher nicht.

Bei dem Spitzengespräch mit Horst Seehofer (CSU) und FDP-Mann Philipp Rösler soll es nach Angaben der Zeitung darum gehen, Kompromissmöglichkeiten bei Streitthemen auszuloten. Vor allem die Themenkomplexe Betreuungsgeld und Mindestlöhne hatten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder für Misstöne im Berliner Kabinett gesorgt.

Die CSU pocht seit Wochen vor allem auf Tempo beim Betreuungsgeld für Kleinkinder, die zu Hause erzogen werden. Die geforderte Leistung stößt aber in CDU und FDP auf Kritik. Die Union will außerdem eine sogenannte Lohnuntergrenze für Bereiche, in denen es keine Tarifverträge gibt, einführen. Dies wiederum lehnt die FDP strikt ab.

Laut "Bild" soll das Meeting am kommenden Dienstag oder Donnerstag stattfinden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa will Merkel erst nach ihrer Rückkehr vom G-8-Gipfel in den USA über einen Termin entscheiden. Ein Treffen könne dann aber auch sehr kurzfristig angesetzt werden.

In dieser Runde hatten sich die Spitzen der schwarz-gelben Koalition zuletzt im November getroffen. Der größere Koalitionsausschuss hatte zuletzt am 4. März getagt.

Ein Thema dürften auch die schlechten Ergebnisse der Union bei den letzten Landtagswahlen sein. In Schleswig-Holstein hatte die CDU trotz eines Wahlsiegs die Regierungsmehrheit verloren, in Nordrhein-Westfalen straften die Wähler die Union mit einer Rekordpleite ab.

Als Konsequenz hatte Merkel am Mittwoch den ehemaligen NRW-Spitzenkandidaten Röttgen von seinen Pflichten als Umweltminister entbunden. Besonders CSU-Mann Seehofer hatte Röttgens Position nach der Wahl mit harscher Kritik und einem denkwürdigen TV-Auftritt weiter geschwächt. Röttgens Nachfolger Peter Altmaier, bisher Parlamentsgeschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, soll am Dienstag ernannt werden.

Diskussion in der CDU geht weiter

In der Union geht auch nach dem Röttgen-Rauswurf die Debatte um den Kurs der Partei weiter. Für die Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen seien Fehler Röttgens "nicht alleine ausschlagend gewesen", sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), der "Süddeutschen Zeitung".

Es müsse "nüchtern und gründlich" über alle Ursachen des Wahldebakels an Rhein und Ruhr gesprochen werden, so Bosbach. Schließlich habe die CDU "allein in NRW 100.000 Wähler an die Nichtwähler verloren". Bosbach kritisierte, Röttgen sei "binnen weniger Stunden vom strahlenden Hoffnungsträger der Union zum Alleinverantwortlichen für die verheerende Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen erklärt worden". Das gehe ihm "viel zu schnell".

Kanzlerin als "größtes Pfund"

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als Lehre aus dem Wahldebakel in Nordrhein-Westfalen komme es für ihre Partei in Berlin "jetzt darauf an, solide und verlässlich zu regieren". Außerdem sei nun Merkel gefragt. "Sie ist unser größtes Pfund", sagte Kramp-Karrenbauer. Nordrhein-Westfalen habe auch gezeigt, "dass es eine Sehnsucht der Bürger nach Stabilität gibt".

Zugleich wurden in der CDU erste Erwartungen an den Röttgen-Nachfolger Altmaier formuliert, dessen Kurs zu ändern. Der Chef der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk, verlangte, "dass wirtschaftliche Belange der Energiewende und die Bezahlbarkeit der Strompreise stärkere Berücksichtigung als unter Röttgen finden".

jok/dpa/AFP/dapd/Reuters

Forum

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insgesamt 56 Beiträge
1. hervorragender Minister?!?
kelukelu 18.05.2012
Ein vor Tagen noch hervorragender Minister wird ohne weitere Begründung gefeuert - will Merkel das Volk für dumm verkaufen? Wen wird Sie als nächstes Ihrer Machtneurose opfern?
Zitat von sysopEs knirscht gewaltig in Angela Merkels schwarz-gelber Koalition. Nun soll laut einem Zeitungsbericht ein Treffen auf höchster Ebene für Ruhe sorgen. Für kommende Woche ist das Gespräch mit Horst Seehofer und Philipp Rösler angesetzt. Merkel beruft Koalitionsgipfel mit Seehofer und Rösler ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833743,00.html)
Ein vor Tagen noch hervorragender Minister wird ohne weitere Begründung gefeuert - will Merkel das Volk für dumm verkaufen? Wen wird Sie als nächstes Ihrer Machtneurose opfern?
2. Gewogen und zu leicht befunden
seine-et-marnais 18.05.2012
Die Kanzlerin als groesstes 'Pfund'? Es gibt ja kein anderes mehr mit dem die CDU wuchern koennte. Merkel hat ja alle anderen abgesaegt, sie hat sich selbst alternativlos gemacht. Wie will die CDU aus dem Schlamassel rauskommen [...]
Zitat von sysopEs knirscht gewaltig in Angela Merkels schwarz-gelber Koalition. Nun soll laut einem Zeitungsbericht ein Treffen auf höchster Ebene für Ruhe sorgen. Für kommende Woche ist das Gespräch mit Horst Seehofer und Philipp Rösler angesetzt. Merkel beruft Koalitionsgipfel mit Seehofer und Rösler ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833743,00.html)
Die Kanzlerin als groesstes 'Pfund'? Es gibt ja kein anderes mehr mit dem die CDU wuchern koennte. Merkel hat ja alle anderen abgesaegt, sie hat sich selbst alternativlos gemacht. Wie will die CDU aus dem Schlamassel rauskommen wenn die Merkel'sche Europolitik schiefgeht. Welchen Weg will dann die CDU gehen? und wer soll sie dann fuehren?
3. Und die Aussenpolitik?
pikeaway 18.05.2012
Zitat "Bei dem Spitzengespräch mit Horst Seehofer (CSU) und FDP-Mann Philipp Rösler soll es nach Angaben der Zeitung darum gehen, Kompromissmöglichkeiten bei Streitthemen auszuloten. Vor allem die Themenkomplexe [...]
Zitat "Bei dem Spitzengespräch mit Horst Seehofer (CSU) und FDP-Mann Philipp Rösler soll es nach Angaben der Zeitung darum gehen, Kompromissmöglichkeiten bei Streitthemen auszuloten. Vor allem die Themenkomplexe Betreuungsgeld und Mindestlöhne hatten in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder für Misstöne im Berliner Kabinett gesorgt." Und wie steht es mit der Aussenpolitik von Herrn Westerwelle? Seit Jahren wird eine Luftblasen- Politik betrieben: "„Wir müssen als ein Exportland, als ein Land, das von der internationalen Vernetzung lebt, auch zu diesen neuen Kraftzentren strategische Partnerschaften schmieden. Das hat nichts damit zu tun, dass wir nicht unsere Bündnispartner kennen würden.“ Die unentschlossene deutschen Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum Libyen-Einsatz der Nato wird von Westerwelle verteidigt. Deutschland habe mit seiner Sanktionspolitik politische Maßnahmen präferiert, die nicht zu unterschätzen seien. In der Syrienkrise stellt er sich als meinungsloser Mitläufer der "Freunde Syriens" dar, ohne konstruktiv an einer friedlichen Lösung mitzuwirken. Eine Unterstützung der Kofi Annan Misssion wird torpediert.
4. Bezahlbare Strompreise
willi2007 18.05.2012
Wenn die CDU von dem designierten Bundesumweltminister bezahlbare Strompreise für die Wirtschaft verlange, ist das nicht genug. Die Wirtschaft kann die Stromkosten von der Steuer absetzen und auf die Preise draufschlagen. Das kann [...]
Wenn die CDU von dem designierten Bundesumweltminister bezahlbare Strompreise für die Wirtschaft verlange, ist das nicht genug. Die Wirtschaft kann die Stromkosten von der Steuer absetzen und auf die Preise draufschlagen. Das kann der einfache Bürger nicht, Deswegen muss die Devise heißen: Bezahlbare Strompreise für die Bürger!
5. Na, dann ...
coyote38 18.05.2012
wird's wohl jetzt den "gefühlt" 37. "Neustart" der Koalition in zweieinhalb Jahren, den "Sommer der Kontinuität", den "Spätsommer der Entscheidungen", den "Herbst der europäischen [...]
wird's wohl jetzt den "gefühlt" 37. "Neustart" der Koalition in zweieinhalb Jahren, den "Sommer der Kontinuität", den "Spätsommer der Entscheidungen", den "Herbst der europäischen Konsolidierung" oder sonst eine sinnentleerte Sprechblase geben. Wie dem auch immer sei: Das Regierungschaos und die fortlaufende Selbstbeschäftigung dieser schwarz-gelben Koalition wird - Krisengipfel hin oder her - wohl auch im Anschluss daran munter weitergehen. Die Selbstdiagnose der Regierung von 2009 war jedenfalls schon nicht falsch: Alles nur "Wildsäue" in einer "Gurkentruppe".

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