25.05.2012
Wulff-Nachfolge
Petra Roth wäre gern Bundespräsidentin geworden
CDU-Politikerin Roth: "Das hätte ich nicht anders gemacht"
Frankfurt am Main - Die scheidende Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth wäre nach dem Rücktritt von Christian Wulff gern Bundespräsidentin geworden. "Ich hätte es gemacht", sagte die CDU-Politikerin in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus". Am Tag der Entscheidung habe sie einen Anruf aus Berlin erhalten, Stunden später sei die Wahl aber auf Joachim Gauck gefallen, sagte die 68-Jährige.
Lange Zeit wurde um einen Nachfolger für Christian Wulff gefeilscht, doch nach und nach sagten die meisten Kandidaten ab. Darunter waren beispielsweise Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie der Präsident des Verfassungsgerichts in Karlsruhe, Andreas Voßkuhle.
Kritik am jetzigen Amtsinhaber übte Roth in dem Interview übrigens nicht. Gauck sei ein hervorragender Bundespräsident. Er zeichne Leitlinien für das Zusammenleben, "das hätte ich nicht anders gemacht, um den Menschen Zuversicht zu vermitteln". Das Präsidentenamt hat ihrer Ansicht nach durch die Wulff-Affäre keinen Schaden genommen. "Ein Amt ist immer so stark wie die Persönlichkeit, die es ausführt."
Ende des vergangenen Jahres hatte Roth überraschend angekündigt, ihr Amt als Frankfurter Oberbürgermeisterin frühzeitig aufzugeben. Damit wolle sie den Generationswechsel an der Spitze von Hessens größter Stadt einleiten. Die Politikerin ist seit 1995 Stadtoberhaupt in Frankfurt. Ihr Nachfolger wird ab dem 30. Juni der SPD-Politiker Peter Feldmann.
aar/dpa